Sunday, March 24, 2024

New book: "Normative Konstituenzien der Demokratie"

New book:

Normative Konstituenzien der Demokratie

Ed. by Julian Nida-Rümelin , Timo Greger and Andreas Oldenbourg

(Berlin: De Gruyter, 2024), Open access.


Articles by Julian Nida-Rümelin, Regina Kreide, Eva Helene Odzuck, Elif Özmen, Rainer Forst, Eva Buddeberg, Peter Niesen, Michael Zürn, Wolfgang Merkel, Véronique Zanetti, Mattias Kumm, Philip Manow, Laura Münkler, Dietmar von der Pfordten et al.


Thursday, March 21, 2024

Habermas against the Schmittians (video)

Professor Sebastian Huhnholz (Erlangen) talks with Christian Demand and Ekkehard Knörer ("Merkur") about an review article by Jürgen Habermas in the German magazine "Merkur" (1960):

"Verrufener Fortschritt – verkanntes Jahrhundert. Zur Kritik an der Geschichtsphilosophie" (video, 36 minutes)


Habermas's review article discusses three books: 

* Peter F. Drucker, Das Fundament für Morgen (1958) [The Landmarks of Tomorrow]

* Reinhart Koselleck, Kritik und Krise. Ein Beitrag zur Pathogenese der bürgerlichen Welt (1959)

* Hanno Kesting, Geschichtsphilosophie und Weltbürgerkrieg (1959) 

An abridged version of the review is available in Habermas's "Philosophisch-politische Profile" (Suhrkamp, 1981), pp. 435-444. 


Sunday, March 17, 2024

Neues Buch über Habermas - "Vernünftige Freiheit"


Vernünftige Freiheit 

Beiträge zum Spätwerk von Jürgen Habermas

Hrsg. von Stefan Müller-Dohm, Smail Rapic & Tilo Wesche

(Berlin: Suhrkamp, 2024).

428 Seiten






Kurzbeschreibung

Die Texte dieses Bandes setzen sich mit dem monumentalen Versuch von Jürgen Habermas in "Auch eine Geschichte der Philosophie" auseinander, in unkonventioneller Weise zweieinhalbtausend Jahre abendländischer Philosophie als Lernprozess zu rekonstruieren. Zentraler Diskussionspunkt ist dabei die Idee vernünftiger Freiheit, die als Leitfaden des Spätwerksentschlüsselt wird. Aus philosophischer, soziologischer, theologischer und rechtstheoretischer Perspektive wird diese Idee einer kritischen Prüfung unterzogen und das Anregungspotenzial von Habermas’ Überlegungen für die weitere Forschung ausgelotet. Er selbst bezieht in einer ausführlichen Replik Stellung zu den Beiträgen

Inhalt [Leseprobe

* Vorwort 

* Thomas M. Schmidt - Religion und die Quellen der Normativität [Google Preview]

* Micha Brumlik - Habermas’ christliches Abendmahl – Glaube, Funktion und symbolische Wahrheit [Google Preview]

* Eva Buddeberg - Übersetzung religiöser Gehalte und komprehensive Vernunft

* Matthias Bormuth - Ambivalenz der Freiheit

* Stefan Müller-Doohm - Adorno und Habermas. Zwei Spielarten nachmetaphysischen Denkens

* Hauke Brunkhorst - Urgeschichte der Revolution – Zur Dialektik sozialer Integration 

* Tilo Wesche - Vernünftige Freiheit. Ein unvollendetes Projekt

* Martin Seel - Begründende und vergegenwärtigende Kritik

* Thomas Gutmann - Der Gebrauch unserer vernünftigen Freiheit. Die Lernprozesse des Rechts

* Rainer Forst - Welten der Rechtfertigung. Die Diskursethik als kantischer Konstruktivismus

* Georg Lohmann - Der egalitäre Universalismus der internationalen Menschenrechte als historisches Ereignis

* Jan Assmann - Monotheismen und Achsenzeiten. Ein Dankesgruß an Jürgen Habermas

* Regina Kreide - Dialektische Lernprozesse

* Smail Rapic - Habermas’ Konzeption philosophischer Selbstverständigung und ihre Anknüpfungspunkte im Historischen Materialismus, bei Husserl und Apel

* Jürgen Habermas - Antworten


Thursday, March 14, 2024

Interview with Philipp Felsch

Interview with Philipp Felsch: 

"Der Philosoph und wir - Warum Jürgen Habermas uns alle angeht

(video, 8:30 minutes)

(3sat kultur, 13-03-2024)


See my blog post on Philipp Felsch's book: "Der Philosoph - Habermas und wir."




Thursday, February 29, 2024

Habermas und wir [updated]


Der Philosoph: Habermas und wir

von Philipp Felsch

(Propyläen Verlag, 2024)

256 S.








Inhalt 

Ein Nachmittag in Starnberg [PDF]

In der verkehrten Welt [PDF]

Täter und Opfer

Abschied vom Tiefsinn

Das Bewusstsein der Gegenwart

The center does not hold 

Spießrutenlaufen in Frankfurt

Raketenwissenschaft für eine bessere Gesellschaft

Was wir unterstellen müssen

Der Makel des Mündlichen

Unheimliches Deutschland

Theorie des Sinnverlusts

Musste das sein?

Taxonomie der Gegenaufklärung

Distanz und Thymos

J’accuse

Zurück aus der Zukunft

Geschichte und Gedächtnis

Die Stunde der postnationalen Empfindung

Primat der Weltinnenpolitik 

Vom Krieg 

Der Denker der universellen Provinz


Auszüge [Gespräch mit Jürgen Habermas, September 2023]:

"Dagegen hält Habermas mit wachsender Verzweiflung an seiner Überzeugung fest, dass das Bemühen um einen Waffenstillstand und die Suche nach einer Verhandlungslösung im Konflikt mit Russland unumgänglich seien. Er nimmt die "Kriegsstimmung" der deutschen Öffentlichkeit als Begleitmusik zu einer fatalen strategischen Fehleinschätzung wahr, die sich als geopolitische Zäsur von großer Tragweite erweisen könnte. Während ich noch von ihm wissen will, was er dem Bundeskanzler jetzt, im Herbst 2023, empfehlen würde, malt er das düstere Szenario vom Abstieg des Westens aus, der für ihn vom Niedergang der politischen Institutionen in den USA nicht zu trennen ist. Er spricht von der Spaltung der amerikanischen Gesellschaft und von der "Auflösung des amerikanischen Parteiensystems", die sich – wenn auch erst seit Trump nicht länger zu ignorieren – schon in der zunehmenden Polarisierung der späten 1990-Jahre angekündigt hätten. Er hält die Erschütterung der politischen Institutionen für so gravierend, dass ihre Legitimität auf lange Sicht beschädigt sei." (……)

"Was die Ukraine angeht, so prophezeit er den graduellen Rückzug der Amerikaner, sobald sich der Krieg für Biden im Wahlkampf als innenpolitischer Ballast erweisen werde. Und er befürchtet, dass der Zerfall der Unterstützerkoalition, den das zur Folge haben würde, den Western die Letzten Reste von politischer Glaubwürdigkeit und Autorität kosten könnten, über die er gegenwärtig noch verfüge. Denn dass sich Europa noch zu einem "global einflussreichen Akteur" mausern werde, auch daran glaubt er spätestens seit dem Scheitern von Emmanuel Macrons diesbezüglichen Initiativen nicht mehr. Das betrifft umso mehr seine einstigen Hoffnungen auf weltbürgerliche Verhältnisse: "Das alles ist Vergangenheit". Und dann sagt er einen Satz, der unseren Gesprächsfluss einen Moment lang stocken lässt: All das, was sein Leben ausgemacht habe, gehe gegenwärtig "Schritt für Schritt" verloren. Er wäre nicht der Kämpfer, der er ist, wenn er sich nicht im selben Atemzug gegen die Überheblichkeit derjenigen wappnen würde, die es schon immer besser gewusst zu haben meinen: "Es ist zu billig, sich über einen solchen Idealismus rückblickend lustig zu machen. Jeder gute Zeithistoriker schreibt Geschichte nicht nur zynisch vom enttäuschenden Ergebnis her". Es ist bestürzend, Habermas – den letzten Idealisten – so fatalistisch zu erleben." [Seite 186-187]


Interview

"Habermas ist die Antwort der Frankfurter Schule auf die moderne Gesellschaft" (Philosophie Magazin, 2024-03-04)


Rezensionen:

Hans-Peter Müller - "Theoriegeschichten: Jürgen Habermas als Intellektueller" (Soziopolis, 29-02-2024)

Jens-Christian Rabe - "Der letzte Idealist" (Süddeutsche Zeitung, 16-03-2024)

Florian Meinel - "Die Feindortung klappte immer" (FAZ, 08-03-2024)

Moritz Rudolph - "Habermas versteht die Welt nicht mehr" (Philosophie Magazin, blog 28-03-2024)

* Linus Schöpfer – ”Apostel der Sprödheit” (Neue Zürcher Zeitung, 07-04-2024)

* Alexander Cammann - "Starnberg lebt" (Die Zeit, 29-02-2024)

Cammann: "Bei Felsch ist der Bezugspunkt die Bundesrepublik; hier schreibt ein Kulturhistoriker, kein Philosoph. So liest man noch einmal, wie schon der Mittdreißiger Habermas ein Magnet war, nach dem sich viele ausrichteten, wie wichtig der Suhrkamp Verlag für den Frankfurter Professor gewesen ist, wie heftig die Auseinandersetzungen mit der Studentenbewegung waren und wie intensiv die Beziehungen zu Karl Heinz Bohrer und Martin Walser. Beide Freundschaften gingen später in die Brüche – im Streit um die Nation, um Deutschland. Eine erfolgsverwöhnte, internationale Gelehrtenkarriere als Erbe der Kritischen Theorie, dazu die öffentliche Rolle als sich mit Zeitungsartikeln einmischender, virtuoser Medienstratege – tatsächlich ist es ja unglaublich, wie Habermas das alles stemmte.

Zu großer Form läuft Felsch in den Achtzigerjahren auf. Plötzlich, nachdem der 52-jährige Habermas gerade sein gigantisches erstes Hauptwerk, die Theorie des kommunikativen Handelns, veröffentlicht hat, passiert 1982 der Worst Case: Die CDU mit Helmut Kohl übernimmt in Bonn die Macht. Habermas wittert überall den Rechtsschwenk und stürzt sich 1986 in den sogenannten Historikerstreit, versiert in der "Kunst, seine Gegner durch Eingemeindung zu besiegen" (Felsch). Alles oft gelesen – doch Felsch interpretiert den geschichtspolitischen Erfolg des Philosophen luzide als theoretischen Rückschritt: Eben noch auf der Höhe seiner Kommunikationstheorie, praktiziert Habermas jetzt den kulturalistischen Kampf um Hegemonie."


Monday, February 12, 2024

Habermas on Oskar Negt (1934-2024)

Jürgen Habermas on Oskar Negt (1934-2024): 

"Bildung als Erfahrung"

(Soziopolis, February 12, 2024)


See also:

* Jörg Später - "Der sozialistische Praktiker der Kritischen Theorie" (Soziopolis, 12-02-2024)

* Thomas Schmid - "Gegen die Mode der Bürgerkinder" (Die Welt, 06-02-2024)



Tuesday, January 16, 2024

New book on Habermas' history of philosophy: "Okzidentale Konstellationen zwischen Glauben und Wissen"


New book: 

Okzidentale Konstellationen zwischen Glauben und Wissen. Beiträge zu Jürgen Habermas’ "Auch eine Geschichte der Philosophie" 

Ed. by Rudolf Langthaler & Hans Schelkshorn 

(Darmstadt: WBG Academic, forthcoming). 

Open access.





The book is available as a PDF file. Prof. Hans Schelkshorn (University of Vienna) has published a link on his website. 

It contains a comprehensive response from Jürgen Habermas with comments on the individual chapters (pp. 363-411).

Contents

Vorwort

Friedrich Wilhelm Graf - Was Theologen von Jürgen Habermas lernen können 

Hans Schelkshorn - Von den Weltbildern der Achsenzeit zum nachmetaphysischen Denken der Moderne? Zu Habermas’ genealogischer Verteidigung des Projekts der Aufklärung

Heiner Roetz - Auch eine Geschichte der Philosophie Chinas? Zu Jürgen Habermas’ "Auch eine Geschichte der Philosophie"

Christoph Markschies - Auch eine Geschichte der Philosophie oder: das antike Christentum bei Jürgen Habermas

Leo Kobusch - Achsenzeit, Spätantike, Spätmittelalter – sind sie notwendige Elemente der Genealogie des nachmetaphysischen Denkens?

Maximilian Forschner - Die Provokation des Aristotelismus – Jürgen Habermas über Thomas von Aquin

Ludger Honnefelder - Paradigmenwechsel im philosophischen Denken: Johannes Duns Scotus. Zu Jürgen Habermas’ Deutung der Wende in der mittelalterlichen Philosophie

Notger Slenczka - Die Verselbständigung des Glaubens und ihre Folgen – Luther in der Philosophiegeschichte 

Gerardo Cunico - Habermas’ Auseinandersetzung mit Hume und Kant

Rudolf Langthaler - „… dass der Kredit, den Kant der Postulatenlehre einräumt, nicht gedeckt ist“: Zu Habermas’ Kritik der kantischen Postulatenlehre

Maureen Junker-Kenny - Der Ort Friedrich Schleiermachers als Sprachtheoretiker und als Theologe der Moderne im nachmetaphysischen Denken. Eine subjektivitätstheoretische Analyse

Joachim Ringleben - Der Blick auf die neuere Theologie: Schleiermacher und Kierkegaard

Thomas M. Schmidt - Geist, Sprache, Leiblichkeit. Hegel, Herder und Feuerbach über die Verkörperung der Vernunft 

Ludwig Nagl - Erwägungen zur Pragmatismusrezeption bei Habermas: Religion bei Peirce, Royce, James und Putnam 

Eduardo Mendieta - Postmetaphysical + Postsecular = Post-Christian? On Habermas and the "Querelle" on Secularization

Jürgen Habermas - Eine Antwort auf die Kommentare.


Sunday, January 07, 2024

Seyla Benhabib and the Future of Critical Theory


Another Universalism

Seyla Benhabib and the Future of Critical Theory

Ed. by Stefan Eich, Anna Jurkevics, Nishin Nathwani & Nica Siegel

(Columbia University Press, 2024)

446 pages






From the introduction:

"For Benhabib, any universalism today must emerge from the concrete struggles of individuals navigating the fractured lifeworlds of our global society. Embracing that idea, the essays in this volume cover a broad terrain of debates that are the forefront of critical theory today: the relationship between democracy and cosmopolitanism, the role of law in emancipatory struggles, the task of deprovincializing the European approach to critical theory, man's domination of nature, and the ever-elusive relationship between Hannah Arendt and the Frankfurt School. It is a testament to the range of Benhabib's oevre that all of these themes should emerge from engagements with her work." (Anna Jurkevics)

Contents

Preface

Introduction: In Search of Another Universalism - Anna Jurkevics

Part I: Critique, Norm, and Utopia

1. Benhabib and Habermas on Discourse and Development - Thomas McCarthy

2. Normativity and Reality: Toward a Critical and Realistic Theory of Politics - Rainer Forst

3. Loss of World, Not Certainty - Carmen Lea Dege

4. Nature as a Concrete Other - Umur Basdas

5. “To Burst Open the Possibilities of the Present” [paper] - Bernard E. Harcourt

Part II: Thinking With and Against Arendt

6. “Thinking With and Against” as Feminist Political Theory - Patchen Markell

7. Arendt and Truth - Gaye İlhan Demiryol

8. Understanding Eichmann and Anwar - Sonali Chakravarti

Part III: Democratic Iterations and Cosmopolitanism

9. Democracy Without Shortcuts - Cristina Lafont

10. Another Republicanism: Dissent, Institutions, and Renewal - Christian Volk

11. Three Models of Communicative Cosmopolitanism - Peter J. Verovšek

12. At the Borders of the Self - Paul Linden-Retek

Part IV: Jurisgenerativity

13. Back to the Future? Critical Theory and the Law - William E. Scheuerman

14. The Unfinished Revolution - Eduardo Mendieta

15. Genocide and Jurisgenesis - Max Pensky

16. Jurisgenerativity in the Age of Big Data - Matthew Longo

Part V: Deprovincializing Critical Theory

17. Pachamama’s Rights, Climate Crisis, and the Decolonial Cosmos - Angélica María Bernal

18. What Is the Other in Seyla Benhabib’s Another Cosmopolitanism? - Drucilla Cornell

19. Border Deaths as Forced Disappearances [paper] - Ayten Gündoğdu

20. Gender Trouble - Shatema Threadcraft & Brandon M. Terry

Part VI: Philosophy and Friendship

21. Fragments of an Intellectual Autobiography - Seyla Benhabib

22. Swimming - Carolin Emcke


Sunday, December 24, 2023

Rebekka Habermas (1959-2023)

 


Nils Minkmar - "Zum Tod von Rebekka Habermas: Sie war eine Erscheinung" (Süddeutsche Zeitung, 22-12-2023).

Michael Hesse - "Deuterin der Kolonialgeschichte" (Frankfurter Rundschau, 23-12-2023).

Richard Hölzl - "Entdecken heißt nicht erobern" (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27-12-2023).


Thursday, December 14, 2023

The Institute for Social Research at 100 [updated]

The next issue of "Constellations" (vol. 40, no. 4) features articles on The Institute for Social Research (Frankfurt am Main) and the Frankfurt School:

"The Institute for Social Research at 100: Continuity and Transformation"

Eleven articles are now available online:

* Axel Honneth - "The Institute for Social Research on its 100th birthday. A former director's perspective"

Excerpt: "There are deeper, less superficial reasons for being skeptical today with regard to the potential of this tradition to guide us in our social–theoretical attempts to comprehend the present situation in a fruitful way, both philosophically sound and empirically productive. In the following, I want to discuss three challenges resulting from structural changes in our social and intellectual environment that make it more and more difficult to preview a fruitful, productive, and energizing future for Critical Theory in its traditional form. These three challenges stem from (1) the growing awareness of the endurance of the colonial past of Western societies, (2) the unmistakable importance of the ecological question, and, finally, (3) the growing uncertainties about the exact format and arrangement of interdisciplinary research."

* Rainer Forst: "The rational critique of social unreason. On critical theory in the Frankfurt tradition"  [open access]

Excerpt: "In my view, then, critical theory must be reconfigured as a critique of relations of justification. This calls, on the one hand, for a critical social scientific analysis of social and political relations of domination that includes cultural and, not least, economic structures and relationships. In this regard, two dimensions of domination must be distinguished: subjugation to unjustifiable norms and institutions, and subjugation to conditions that prevent practices of justification. Such critical analysis must be combined with a discourse-theoretical, genealogical critique of the justifications and justification narratives that confer legitimacy on unjustifiable relations. On the other hand, we must pose the constructive question of how a “basic structure of justification” can be conceived as a requirement of fundamental justice and be realized in social practice - not as an ideal or a model to be imposed on societies, but as a normative order to be developed autonomously. Essentially, a theory we call critical ought to be based on the principle of criticism itself. Its medium is reason striving for practices of autonomous justification among equals."

* Alessandro Ferrara - "If Foucault, why not Rawls? On enlarging the critical tent"

Excerpt: "It is undeniably among the aims of critical theory to envisage a society in which diversity can exist in the absence of oppression. Now, it’s all too easy to merely invoke the ideal of equals living together with their diversity (ethnic, ethical, religious, cultural, or of gender, lifestyle, sexual preference) and without oppression. Deconstructionists, post-colonial theorists, and theorists of recognition often emphatically do so. However, when it comes to specifying concretely which institutions should form the basic structure of such a society, how they should relate to one other, what rights and liberties (and how limited and balanced) citizens should have, and what democratic legitimacy means, it is a whole different story.On the nuts and bolts of an oppression-free society the entire first generation had little to offer, to say nothing of the cauldron of the “verwaltete Welt” (Adorno). Habermas has quite a lot to say, in Between Facts and Norms and in his exchange with Rawls. Among the younger critical theorists who long for reviving the earlier program of the Frankfurt School, few even attempt to say anything. This is the problem, instead, on which [John Rawls's] Political Liberalism, not A Theory of Justice, offers an elaborate theory unmatched by any other to date (....) Critical theory can only gain from enlarging its tent to include also some of Rawls’s concepts - reasonability, civility, reciprocity - and from launching empirical research on the conditions of the possibility for them to maintain traction in the challenging decades ahead of us."

* Maeve Cooke - "Social theory as critical theory: Horkheimer's program and its relevance today"

Excerpt: "Since formalist models of politics abstain from critique of the prevailing deep-seated ethical-existential values and from recommendation of alternatives, they are conducive toward unquestioning acceptance of the ethical-existential values undergirding the established political procedures, facilitating the reproduction of the political status quo. Against this, I take the view that contemporary critical theory must engage with ethical-existential questions, not least if it is to meet the challenges posed by our disastrous ecological situation. This requires it, in turn, to engage with the question of ethical-existential validity. Given the challenge of value pluralism, therefore, a key task for contemporary critical theory is to elaborate a conception of ethical validity that is at once universalist and attentive to the plurality of ethical values and worldviews."

* Samuel Moyn - "Critical theory's generational predicament" [Link]

Excerpt: "(....) it seems clear that the principal cause of the lack of interest in critical theory for younger generations - the lack of zeal to perpetuate or even study it - is that the votaries of the tradition conformed unreflectively to “the end of history” in the 1990s. They had essentially nothing to say about American unipolarity and the militarism that has so clearly accompanied it. Worse, for one-time Marxists, they never formulated an analysis or critique of economic neoliberalism. Yet these are the causes at the center of the activism and theorizing of many who lived through the past decade and forging a critical perspective on their times."

* Martin Saar - "Rethinking Critique and Theory" [open access]

Excerpt: "Benjamin’s partisanship for the perspective of the defeated in historiography, Adorno’s and Horkheimer’s insistence on the deep ambivalence of enlightenment ideals, and Marcuse’s clear-sighted perception of the central role of the excluded and marginalized, whom the capitalist system cannot even properly exploit, are starting points for a radical self-critique of the Western liberation movements, which have yet to admit their own entanglement in domination elsewhere and thus should actually make way for an even more radical, decentered enlightenment and liberation."

* Frank I. Michelman - "Totality, morality, and social philosophy"

Excerpt: "We thus see the Institute for Social Research, at a signal moment in its early history, posing for itself the dialectic of human individual agency and environing social totality - with neither element placed at the other’s disposal - as a main topic for pursuit by social philosophy and its connected program of social research. It is by pursuit of that topic that the Institute’s engagements over the decades of my own academic career have figured, importantly for me, in my work (not generally classified as “Frankfurt School”) on liberal constitutional theory. Most pointedly it has done so in undertakings by Jürgen Habermas to explicate a moral point of view from which citizens in a political society encounter one another as each a free and equal person commanding full respect as such - but to explicate that morality, as I have sought to explain, not as a view “that philosophy independently discovers,” but rather as one that lies embedded in a historically particular social totality."

* Cristina Lafont - "The return of the critique of ideologies" [open access]

Excerpt: "(....) I shall focus on just one issue: the recent revival in critiques of ideology. In my view, this type of critique is an important task of critical theory and remains one of its most significant legacies. Yet, if one focuses on the work of critical theorists over the past decades, this statement is far from obvious. In fact, the second generation of the Frankfurt school,most notably Habermas in his Theory of Communicative Action, explicitly rejects ideology critique as obsolete in the context of contemporary societies. Even though in the 1960s and 1970s, he had embraced the classicalMarxist approach to ideology critique, he ultimately rejected it. It was the explicit attempt to rebut objections that had plagued this approach that brought about the so-called “democratic turn” of critical theory characteristic of Habermas’s work from the 1980s onward and in which the critique of ideologies no longer plays a role."

* Christopher F. Zurn -  "We're not special: Congratulations!"

Excerpt: "It is fine, then, to get right to work on current social movements - Occupy Wall Street and other Square movements, Black Lives Matter, the Sunrise and Third Act movements, MeToo, the Arab Spring, or the Mahsa Amini protests - and on pressing contemporary social problems - climate change and human adaptation, deepening material inequality, the erosion of constitutional democracy, artificial intelligence and human de-skilling, global migration and refugee waves, the transformation of the Westphalian international order, the resilience and resurgence of patriarchy, and so on - without worrying how to fit these movements and problems into the architectonic of Dialectic of Enlightenment or Theory of Communicative Action. To be sure, we need not ignore the conceptual resources and insights of our tradition when they are relevant and enlightening. But we need to take interdisciplinarity seriously by looking to the much broader currents of critical thought on social formations and the changing horizons of human emancipation."

* Peter E. Gordon - "The animating impulses of critical theory"

Excerpt: "For some readers, this generational shift - between the first and second generations of critical theory - is overdramatized into a stark contrast between totalizing negativism and restorationist optimism, both of which seem to hover at too great an altitude above social reality. Needless to say, this contrast does an injustice to both parties. Adorno and Horkheimer are far more committed to reason’s self-reflective possibilities, while Habermas remains far more attentive to reason’s systemic distortion. They converge at a point of dialectical mediation, whereas neither pure negativism nor pure idealism would serve as a viable groundwork for critical theory. In what follows I wish to suggest that Horkheimer’s original model of social philosophy, as animated by a rational but materialist ideal of emancipation, still has enduring merit."

* William E. Scheuerman - "Horkheimer's unrealized vision"

Excerpt: "Horkheimer’s idea of a mutually constructive exchange between philosophy and critical social science has too often been rare and ephemeral. And this should worry us if you believe, as this author does, that Horkheimer was right to see such an exchange as indispensable to critical theory. (....) Only in 1962 did Habermas, in an appropriately interdisciplinary study that relied heavily on research from legal scholars, political scientists, and sociologists, begin to revitalize Frankfurt critical theory. Not only did his landmark Structural Transformation of the Public Sphere take the social sciences seriously, but its young author seems to have implicitly grasped that critical theory could only flourish on the basis of an authentically cooperative, mutually beneficial relationship between philosophy and the social sciences. Horkheimer’s original interdisciplinary vision clearly inspired the young Habermas. When properly reconstructed, it should inspire us today as well."


Tuesday, December 05, 2023

Habermas on Martin Seel

 A new essay by Jürgen Habermas:

"Sich-bestimmen-Lassen. Zum philosophischen Grundgedanken von Martin Seel"

(Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft, vol. 68, no. 2 (2023), pp. 68-87).

The essay was written in the spring of 2020.

Abstract

With a philosopher like Martin Seel, reflecting this closely on the literary form in which to present his ideas, it is not surprising that philosophy of language makes for a focus of interest. Since my own interest also points in this direction, I will start with Seel’s groundbreaking essay on literal and figurative speech (I). I will then deal with the concept of "letting oneself be determined" as the pivotal point of Martin Seel’s philosophy (II). The resulting pragmatist understanding of sociocultural forms of life has important consequences for the way in which Seel detranscendentalizes Kant’s epistemology (III). Finally, I will critically examine the conception of a practical philosophy developing aesthetics and morality out of the fundamental question of ethics (IV). In this conception, a self-image of philosophy oriented towards the unity of the true, the good and the beautiful. In my opinion, however, Martin Seel neglects history as a dimension in which reason leaves its traces (V).


Excerpt

"Martin Seel nimmt weder moralische Freiheit noch Emanzipation unter die Modi des Sich-bestimmen-Lassens auf. Ich vermute, dass er zu sehr Ästhetiker und zu sehr Wittgensteinianer ist, um die Dimension der Geschichte als Verlaufsform einer für Gerechtigkeit prozessierenden Vernunft angemessen zu berücksichtigen."

"Auch diese Art von Autonomie kann noch als eine Gestalt des Sich-bestimmen-Lassens verstanden werden, wenn nicht gar als dessen Modell. Denn Kant begreift Autonomie genau nach dieser Denkgur als die Freiheit, sich im Handeln von den Geboten der praktischen Vernunft "binden" zu lassen. In diesem mysteriösen Kern des "Sich-binden-Lassens" vereinigt sich allerdings das Moment des Sich-von-vernünftiger-Einsicht-bestimmen-Lassens mit der Anerkennung eines kategorischen Sollens, das über die bloße Önung gegenüber dem, was mir geschieht, hinausweist. Mit diesem überschießenden, über das Bestehende idealisierend hinausweisenden Charakter des Gesollten entsteht das Bewusstsein, dass es an uns liegt, keinen Fehler zu machen. Im Vergleich zu jener Ermächtigung und Bestimmung, die das kommunikativ handelnde Subjekt einerseits durch seine Sprachkompetenz und andererseits durch den jeweils aktuellen sowie den einsozialisierten lebensweltlichen Kontext erfährt und durch sich hindurch zur Wirkung kommen lässt, nimmt im Falle moralischer Forderungen mit der Schwelle möglicher Verfehlungen die Zumutung einer Selbstermächtigung dramatisch zu. Daher gibt es zwischen diesen beiden Alternativen der Zustimmung des subjektiven Geistes zur Ermächtigung durch den objektiven Geist auf der einen, und der Einwilligung des subjektiven Geistes in die Zumutung des objektiven Geistes auf der anderen Seite ein Mittleres, das man erst versteht, wenn man wie Marx auch den Charakter der schon angedeuteten Naturwüchsigkeit des objektiven Geistes in Rechnung stellt, der den subjektiven Geist "mit Gründen täuschen" kann. Wie sich der subjektive Geist von diesen Fesseln des objektiven Geistes befreien kann, zeigt sich freilich nur in seltenen Augenblicken der Emanzipation. Auch diese vollzieht sich im Modus des Sich-bestimmen-Lassens zugleich an und mit dem subjektiven Geist und beleuchtet sowohl in der Lebensgeschichte des Einzelnen wie auch in der Geschichte der Völker ein Mittleres zwischen den Konventionen des Alltags und den Herausforderungen zu moralisch bewusstem Handeln. Und zwar sind das die Momente einer leidenschaftlich inspirierten, jedoch zugleich getriebenen Befreiung – sei es zur Autonomie des Heranwachsenden, sei es zur Erringung institutionalisierter und rechtlich gesicherter Freiheiten. Diese Verwicklung in Prozesse einer "Freiheit im Werden" ist ein Modus des Sich-bestimmen-Lassens diesseits der Moral und des schon geltenden Rechts. Solche Momente einer durch lebensgeschichtliche oder gesellschaftliche Krisen beglaubigten und legitimierten Befreiung vergessen sich auch dann nicht, wenn eine Revolte kurzfristig scheitern sollte – wie zurzeit jene bewegenden, hartnäckig durchgehaltenen Proteste der unbeugsamen belarussischen Frauen, ja, überwiegend Frauen, die mit Blumen in den Händen den hemmungslos prügelnden Schlägern eines repressiven Regimes selbstbewusst die Stirne bieten."


Sunday, December 03, 2023

Weithman on stability in a Rawlsian theory of liberal democracy

A new paper by Paul Weithman (University of Notre Dame):

"Stability and Equilibrium in Political Liberalism" [read access]

(forthcoming in "Philosophical Studies")


Thanks to Paul Weithman for sharing!

See also: 

* Samuel Freeman - "Reasonable political conceptions and the well-ordered liberal society", in Paul Weithman (ed.),  Rawls's Theory of Justice at 50 (Cambridge University Press, 2023). [+ my blog post].

* Paul Weithman, Why Political Liberalism? On John Rawls's Political Turn (Oxford University Press, 2011). [Preview]