Friday, August 14, 2026

Habermas’s House to Be Protected

Jürgen Habermas’s house in Starnberg will be placed under heritage protection as “an important testimony to the transition from the neo-functionalism of post-war modernism to postmodernism.”

The Süddeutsche Zeitung publishes an interview with Mathias Pfeil, head of the Bavarian State Office for Monument Protection.

"Vernunft, in der man leben kann" (Süddeutsche Zeitung, 14-08-2026)


Excerpts

SZ: Warum haben Sie das Haus von Jürgen Habermas jetzt unter Denkmalschutz gestellt?

Mathias Pfeil: Wir wussten, dass das Haus bedeutend ist. Als Habermas gestorben ist, haben wir Anfragen von Leuten bekommen, die das Gebäude kennen, auch von Christoph Sattler, einem der beiden Architekten. Sie fürchteten, dass es geschädigt werden könnte. Und dann haben wir nach einer gewissen Zeit, um die Familie trauern zu lassen, angeklopft. Zur Bedeutung der Architektur kam die Prominenz des Bewohners.

SZ: Ist die Familie einverstanden? Vermutlich ist der Wert um einiges gesunken.

Mathias Pfeil: Das Haus hat eine gesellschaftliche Anerkennung erfahren. Gemindert ist der Wert nur für die, die auf dem Grundstück etwas komplett anderes hätten machen wollen. Die Familie ist froh, dass es erhalten bleibt.

SZ: Viele fordern, das Haus solle öffentlich genutzt werden, für Residencies, als Studienzentrum, für Forscher. Ist Ihre Entscheidung ein Schritt in diese Richtung?

Mathias Pfeil: Nein, es könnte ebenso gut eine Familie einziehen. Die Denkmalpflege interessiert sich für die Substanz. Die Nutzung ist für uns nur insofern wichtig, als durch sie die Architektur nicht geschädigt werden darf. Das ist ein Wohnhaus und kann als Wohnhaus genutzt werden. Habermas ist gestorben und hat seinen Teil dazu beigetragen, dass hier ein nutzbares dreidimensionales Denkmal für ihn steht. Ich finde, das reicht. Natürlich wäre eine Nutzung im Gedenken an Habermas begrüßenswert, aber das können wir nicht erzwingen. Und angenommen, eine Familie würde da einziehen, dann stellt die ihre eigenen Möbel rein, sicher lesen sie gern. Ich fände das schön. Wir lassen das Leben wiederkommen.



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