Tuesday, September 29, 2026

Neues Buch: Jürgen Habermas provoziert die Theologie



Im Abgrund der Gottesfrage 

Jürgen Habermas provoziert die Theologie

von Magnus Striet

(Herder, 2026)

174 Seiten






* Kurzbeschreibung

Jürgen Habermas hat, zuletzt in einem Geburtstagsgruß an Thomas M. Schmidt [1], die Kernfrage an die Theologie schlechthin gestellt: Wie steht es um den christlichen, mit Allmacht ausgestatteten Gott? Bleibt ihm die Theologie verpflichtet oder löst sie die Rede von ihm auf in ein Gefühl, das die Lebenspraxis von Menschen zwar bestimmt, sie ethisch motiviert – ohne Bezug allerdings zu seiner rettenden Allmacht.

Magnus Striet ordnet die Debatte um die Anfrage von Habermas ein in die sich um die Gottesfrage rankenden Diskurse der Moderne, die die Gewissheit des freien Gottes verloren hat und die Welt auch als grundlos ausdeuten kann. Dabei positioniert er sich eindeutig: Entweder ein mächtiger Gott, der retten kann, oder aber kein Gott. Von daher stellt dieses Buch zugleich eine Ehrenrettung einer Hoffnung dar, die kein Mensch aus sich selbst heraus gewährleisten kann.

* Leseprobe 


[1] "Ein Geburtstagsgruß", in: Michael Roseneck, Annette Langner-Pitschmann & Tobias Müller (eds.), Den Diskurs bestreiten. Religion im Spannungsfeld zwischen Erfahrung und Begriff. Festschrift für Thomas M. Schmidt (Baden-Baden: Nomos, 2025), 15-19. Englisch: "Hope Without Faith", The Lamp, no. 32 (2025), 36-39. 


Tuesday, September 22, 2026

Honneth on Habermas and Adorno

Axel Honneth on the intellectual dialogue between Jürgen Habermas and Theodor W. Adorno: 

"Der normative Eigensinn des Anderen. Habermas im Dialog mit Adorno" (open access)

(Deutsche Zeitschrift für Philosophie, vol. 74, no. 4, 2026)

This was Axel Honneth’s keynote address at the “International Symposium in Memory of Jürgen Habermas” (Frankfurt am Main, June 19, 2026). A video of the address is available here.

An English translation is available here: "The Normative Individuality of the Other. Habermas in Dialogue with Adorno".

Abstract: In this article, I reconstruct the intellectual dialogue between Jürgen Habermas and Theodor W. Adorno in order to show how deeply Habermas’s work remained shaped by his former teacher. I argue that, although Habermas gradually developed his own theory of communicative reason, he continued to pursue Adorno’s critique of instrumental rationality in a transformed form. Their relationship becomes visible in their shared concern with public communication, social domination, democracy, and the possibility of emancipation. At the same time, I emphasise the tensions between Adorno’s philosophy of nature and Habermas’s postmetaphysical approach. These differences did not lead to a break, but rather sustained an ongoing philosophical dialogue. Habermas’s later reflections on naturalism and human freedom even brought him closer again to questions that had already occupied Adorno. I therefore interpret his work not as a rejection of Adorno, but as an independent continuation of Critical Theory in Adorno’s spirit.



Sunday, September 13, 2026

Habermas und die Transzendenz (video)

Video of lectures and discussion from the event:

"Ein Bewusstsein von dem, der fehlt – Habermas und die Transzendenz" (1:39:00)

September 12, 2026, Haus am Dom, Frankfurt am Main


* Einführung: Johannes Lorenz, Katholische Akademie Rabanus Maurus (00:00)


* Martin Breul, Professor für Theologie und Philosophie, Technische Universität Dortmund (09:36)

- Habermas' Überlegungen zur "postsäkularen Gesellschaft"

- Theologische Hausapotheke

- Die Rede von Transzendenz in "Auch eine Geschichte der Philosophie"


* Annette Langner-Pitschmann, Professorin für Religionsphilosophie der Gegenwart, Goethe-Universität Frankfurt (58:04)

- Die Religion als Korrektiv der Moderne

- "Starke Transzendenz"? Kleine Auswahl an Rückfragen

- Transzendenz im metaphysischen Denken

- Motive nachmetaphysischen Denkens

- Transzendenz im nachmetaphysischen Denken

- Muss sein, kann aber nicht sein: Ein Ausblick