Wednesday, April 01, 2026

Funeral Sermon for Jürgen Habermas

The theologian Friedrich Wilhelm Graf (Munich) delivered the sermon at the funeral of Jürgen Habermas, at Söcking Cemetery in Starnberg, on March 20, 2026:

"Predigt am Sarge von Jürgen Habermas

(Frankfurter Allgemeine Zeitung, April 1, 2026)


Excerpts:

Der Tod bedeutet den endgültigen Abbruch aller Kommunikation. Wir können nicht mehr sagen, was wir Jürgen Habermas gern noch hätten mitteilen wollen. Der Tod macht uns ratlos und stumm. Er erzeugt elementare Sprachlosigkeit. Die einzige Sprache, in der wir die Endlichkeit unseres Lebens, unser aller Sterblichkeit, thematisieren können, ist die Bildersprache der Religion; das hat Jürgen Habermas oft betont. Selbst wer mit den jüdischen und christlichen Symbolen nicht mehr viel anzufangen weiß, selbst wer religiös unmusikalisch geworden ist, wer die Glaubenssprache nicht mehr spricht und versteht, ist angesichts des Todes eines nahen, geliebten Menschen doch auf die uralten Glaubensbilder angewiesen – jedenfalls dann, wenn er dem Tod nicht das letzte Wort lassen und in absolute Sprachlosigkeit versinken will. Um unsere tiefe Trauer, unseren Trennungsschmerz äußern, artikulieren zu können, beginnen wir unseren Abschied von Jürgen Habermas deshalb mit einer Erinnerung daran, was die Heilige Schrift über Leben und Tod von uns Menschenkindern in Psalm 103 der Hebräischen Bibel sagt. Aus dem 4. Kapitel des Evangeliums nach Johannes lese ich den 24. Vers: "Denn Gott ist Geist; deshalb müssen die, die ihn anbeten wollen, ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten." (...)

Als Jürgen Habermas mich im Januar bat, den Gottesdienst zu seiner Beerdigung zu halten, sagte ich ihm selbstverständlich zu; schon seiner Frau Ute hatte ich dies vor fünfzehn Jahren versprochen. Auf mein "Ja" reagierte er mit dem Satz: "Sie wissen ja, dass ich nicht wirklich gläubig bin." "Aber ein knallharter Atheist sind Sie auch nicht", lautete meine Antwort. Wir haben gelacht und nicht weiter über das Thema gesprochen. (...)

Religiöse Vorstellungen übersetzen Seit Mitte der Neunzigerjahre lässt sich bei Jürgen Habermas ein wachsendes Interesse am Thema Religion beobachten. Nach der Jahrhundertwende rücken religionsphilosophische Fragen zunehmend ins Zentrum seiner Theoriearbeit. Der Vordenker der Kritischen Theorie als Religionstheoretiker - das hat viele überrascht. Aber es zeigt: Der Verstorbene wollte religiösen Glauben als kulturelles Phänomen und Problem ernst nehmen. Es war ein theoretisches Interesse, das allerdings durch aktuelle Herausforderungen stimuliert wurde: Iranische Revolution, 9/11, neue christlich-fundamentalistische Christentümer in den Vereinigten Staaten. Die späte Hinwendung zur Religionsthematik bedeutete, anders als bei Max Horkheimer, keinerlei religiöse Konversion, etwa in dem Sinne, dass der alte Habermas nun fromm geworden wäre. Dagegen hat er sich zu Recht gewehrt.

Jürgen Habermas hat von der Religion sehr hoch gedacht, bisweilen gar zu hoch. Er sieht im Glauben eine Inspirationsquelle eigener Art. Religiöse Symbole seien zwar irrational und stünden in unaufhebbarer Spannung zum Wissen. Aber keineswegs seien sie in ihrer Irrationalität per se unvernünftig. Man dürfe nicht ausschließen, dass in Glaubensvorstellungen Vernunftgehalte inkarniert seien. (...)

Dass es viele religiöse Vorstellungen gibt, die zutiefst widervernünftig, also nicht übersetzbar, zu sein scheinen, ist Jürgen Habermas bewusst gewesen. Er bearbeitet dieses Problem in einer Reflexionsfigur, die sich als bewusstes Offenhalten beschreiben lässt: Viele überkommene religiöse Vorstellungsgehalte sind uns unverständlich geworden, leuchten uns nicht ein. Wir können ihnen keinerlei lebensdienliche Plausibilität mehr abgewinnen. Aber dennoch dürfen wir sie nicht vergessen, sondern sollen sie erinnernd präsent halten. Sein Argument: Man könne nicht ausschließen, dass andere, Spätere in ihnen einen vernünftigen Gehalt entdecken, einen Gehalt, der weitere Fortschritte von Humanität und Freiheit befördert. (...)

Diesen Wildwuchs an fiktionalen Bildern und Phantasmen begrifflich zu ordnen, bereitete den gelehrten Theologen erhebliche Schwierigkeiten. Nirgends wurde so viel gestritten wie im Themenfeld der Eschatologie. Aber die Theologen konnten zumindest relative Ordnung stiften: Dazu dienten ihnen insbesondere die bombastischen Totalitätsbegriffe der alteuropäischen, entscheidend von Aristoteles inspirierten Metaphysik, also Begriffe wie das Ganze, Gottes Vorsehung, Gottes Weltregierung, die Welt überhaupt und sofort. Daraus resultiert für uns Heutige ein Problem: Immer wieder und mit größter gedanklicher Konsequenz hat Jürgen Habermas darauf insistiert, dass uns seit der Kantischen Revolution der Denkungsart solche metaphysischen Ganzheitsbegriffe nicht mehr (oder nur um den Preis eines epistemologischen Selbstbetrugs) zur Verfügung stehen. Wir können also die alten Mythen der Endzeit nur mit nachmetaphysischen Denkmitteln zu übersetzen versuchen. Das ist nicht leicht, aber man muss es versuchen. (...)

Jürgen Habermas war ein Aufklärer mit starkem Interesse an Emanzipation und Förderung von Freiheit. Allerdings wusste er: Der Mensch ist nicht in der Weise frei, dass er sich sein Leben selbst gegeben hätte. Seine kindliche Behinderung hatte ihn dafür besonders sensibilisiert: Wir sind uns immer schon gegeben. Dieses passive Konstituiertsein, dieses Sich-gegeben-Sein des Menschen heißt in religiöser Sprache: Wir empfangen unser Leben aus Gottes Hand. Im Juni letzten Jahres hat Jürgen Habermas mehrere Tage lang in der Hebräischen Bibel gelesen. Er suchte nach einem Bibelvers für die Traueranzeige für seine Ute. Bei Jesaja wurde er fündig. "Und wird eine Hütte sein zum Schatten des Tages vor der Hitze, und eine Zuflucht und Verbergung vor dem Wetter und Regen." (Jesaja 4, 6) Wir geben das Leben von Jürgen Habermas nun zurück in Gottes Hand. Wir tun dies mit der dankbaren Gewissheit, dass Gott ihn in seine Hütte der "Zuflucht und Verbergung" geleiten wird.


Monday, March 30, 2026

Cristina Lafont - What if Religion Is not Special?

New paper by Cristina Lafont (Northwestern University):

What if Religion Is not Special? Political Justification Beyond the Religious–Secular (Open access)

(Democratic Theory, forthcoming)


Abstract

"Debates about the legitimacy of democratic decision-making often treat religion as a central category. In contrast, I propose an institutional account of democratic legitimacy that does not rely on the secular–religious distinction. On this view, religion is not politically special. It is socially special, though not uniquely so. Like science, the arts, or the family, religious practices merit appropriate treatment based on their distinctive characteristics. Thus, rejecting the idea that religion is uniquely special does not preclude democratic states from granting it special treatment. I examine Eisgruber and Sager’s egalitarian account of religious exemptions and argue that the institutional account provides a more compelling explanation of their legitimacy."


Tuesday, March 24, 2026

Saturday, March 14, 2026

Jürgen Habermas 1929–2026: Obituaries and Tributes [updated]

Jürgen Habermas died on March 14, 2026:

* Friedrich Wilhelm Graf - "Predigt am Sarge von Jürgen Habermas" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)


* Willi Winkler - "Der Sturmvogel" (Süddeutsche Zeitung)

* Seyla Benhabib, Norbert Frei, Herfried Münkler, Julian Nida-Rümelin et al. - "Stimmen zum Tod von Jürgen Habermas" (Süddeutsche Zeitung)

* Johan Schloemann - "Nie wieder Dogmatismus und Fanatismus" (Süddeutsche Zeitung)

Kurt Kister - "Der Überbau-Meister" (Süddeutsche Zeitung)

* Oliver Weber - "Der Mann einer Epoche" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

* Alexander Kluge - "Jetzt müssen wir in die Werkstatt zurück!" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

*Axel Honneth - "Sollte er nicht ewig leben?" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Michael Hierholzer - "Er lebte in der „freien Luft der Goethe-Universität“" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

* Michael Hierholzer - "Jürgen Habermas und die Rationalität in der Moderne" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

* Michael Krüger - "Er merkte sich alles, aber er nahm nichts übel" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Dieter Grimm - "Gegengewichte zum herrschenden Pragmatismus" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

* Tania Martini - "Die verlorenen Kämpfe" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Christian Geyer - "Habermas und Freud. Wie die Psychoanalyse eine Theorie revolutionierte" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

* Cristina Lafont - "Es zählte wirklich nur das Argument" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

* Ute Frevert - "Nicht ohne geschliffene Rhetorik" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

* Jan-Werner Müller - "Ein Weltstar auf dem Campus" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

* Friedrich Wilhelm Graf - "Ein Wissen über Grenzen" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Peter Niesen - "Alltag in der Philosophenwerkstatt" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

* Thomas Nagel - "Habermas und die unerschütterliche Hoffnung auf die Menschheit" (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

* Peter Neumann - "Ein leidenschaftlicher Aufklärer, bis zuletzt" (Die Zeit)


* Seyla Benhabib, Omri Boehm, Armin von Bogdandy et al. - "Habermas – Die Kraft seiner Gedanken" (Die Zeit)

Philipp Felsch - "Grundlagenforscher einer besseren Gesellschaft" (Die Zeit)

Alexander Kluge - "Noch im Dezember hat Habermas Pläne gemacht" (Die Zeit, interview)

* Emmanuel Macron - "Habermas, der Europäer" (Die Zeit)


* Dirk Knipphals - "Das weiß doch jeder, was links ist" (taz)


Micha Brumlik - "Der gute Geist der Bundesrepublik" (taz)

* Eva von Redecker – "Der Schulleiter ist nicht tot" (taz)

* Gal Beckerman - "One of Postwar Germany’s Most Influential Thinkers" (The New York Times)


* Jan-Werner Müller - "What Jürgen Habermas leaves behind" (The New Statesman)

Stuart Jeffries - "Jürgen Habermas obituary" (The Guardian)




Daniel Johnson - "How the Pope saved the last German titan of Marxism" (The Telegraph)




Bobby Ghosh - "Jürgen Habermas, the Last Rationalist" (Foreign Policy)


* Peter J. Verovšek -  "Habermas and the World We Have Lost" (Project Syndicate)


* Joseph Heath - "The Two Nightmares of Jürgen Habermas" (Persuasion)

* Nancy Fraser - "After Habermas" (London Review of Books, blog)




* Thomas Klikauer - "The Philosophy and Politics of Habermas" (Counter Currents)



* Paul-François Paoli - "Jürgen Habermas. Une foi en la raison" (Le Figaro)

* Pauline Petit - "Jürgen Habermas, le "dernier philosophe", est mort" (Radio France Culture)

* Julia Christ - "Jürgen Habermas : le roc prosaïque" (K. Les Juifs, l'Europe, le XXIe siècle)



* Seyla Benhabib - "Seyla Benhabib über Habermas: Sein Erbe weitertragen" (Frankfurter Rundschau)

* Seyla Benhabib - "Seyla Benhabib on Habermas: Carrying on his legacy" (Frankfurter Rundschau)

Seyla Benhabib - "On the Death of Jürgen Habermas: An Interview with Seyla Benhabib" (Frankfurter Rundschau)



* Michael Hesse - "Ein herausragender Intellektueller des Nachkriegswestens" (Frankfurter Rundschau)

* Arno Widmann - "Jürgen Habermas: Der gelehrte Welterklärer" (Frankfurter Rundschau)


* Eckhard Fuhr - "Sprache war ihm der Urstoff alles Humanen" (Die Welt)



Stefan Müller-Doohm - "Jürgen Habermas ist tot: von der Freiheit, die Vernunft zu gebrauchen" (Neue Zürcher Zeitung)

* Florian Eder - "Der Philosoph der Republik hat Deutschlands Selbstbild geprägt" (Neue Zürcher Zeitung)


Martin Meyer - "Jürgen Habermas hatte eine Monopolstellung" (Neue Zürcher Zeitung)




* Hans Kundnani - "Jürgen Habermas’s European Illusion" (Jacobin)

* Charles Turner - "Jürgen Habermas – an appreciation" (Department of Sociology, Warwick) 

* Rainer Forst & Klaus Günther - "Kommunikative Vernunft. Zum Tod von Jürgen Habermas" (Normative Orders)


* Konrad Ott - "Zum Tod von Jürgen Habermas" (Noesis)

* Georg Diez - "Der Europäer. Zum Tod von Jürgen Habermas" (Georg Diez' substack)

* Urs Meier - "Der Denker des Westens" (Journal21.ch)

Urs Meier - "Martin Meyer vs. Jürgen Habermas" (Journal21.ch)

* Mathias Brodkorb - "Der doppelte Philosoph" (Cicero)

* Alexander Grau - "Der Staatsdenker" (Cicero)

* Alexander Grau - "Recht ist, was links ist" (Die Weltwoche)

* Peter Strasser - "Der öffentliche Intellektuelle" (Die Furche)

* Henning Klingen - "Habermas' Ringen mit der Religion" (Die Furche)

* Andreas Bernard & Tobias Rapp - "Er wollte dem Denken den Tiefsinn austreiben" (Der Spiegel)

Hauke Brunkhorst - "Weltgeist auf Papier" (Blätter für deutsche und internationale Politik)

* Frank Tetzel - "Habermas’ Vermächtnis: Demokratie als Gespräch" (Blätter für deutsche und internationale Politik)

* Johano Strasser & Franziska Sperr - "Zum Tod von Jürgen Habermas" (Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte)

* Heinrich Röder - "Habermas gab den Westen auf" (Makroskop)

Markus Gabriel - "Der erste hochmoderne Zeitungsphilosoph" (Südwestrundfunk, interview)

* Axel Honneth - "Habermas' Denken und Werk – was bleibt?" (Rundfunk Berlin-Brandenburg, interview)







Samuel Moyn - "The Life and Thoughts of Jürgen Habermas" (YouTube, video)

* Martin Breul - "Zum Tod von Jürgen Habermas" (Westdeutscher Rundfunk)

Jonathan Landgrebe - "Zum Tod von Jürgen Habermas" (Suhrkamp Verlag)

Jürgen Renn - "Jürgen Habermas – ein Denker, der Deutschland prägte" (Max-Planck-Gesellschaft)



* Philipp Felsch - "Ende einer Ära" (Humboldt-Universität Berlin)

* Alex Demirović - "Jürgen Habermas Was West Germany’s World-Spirit" (Historical Materialism, blog)

* Alex Demirovic - "Jürgen Habermas ist tot: Ein bundesdeutscher Weltgeist" (nd - Journalismus von links)

Gerhard Hanloser - "Abschied von gestern: Habermas ist tot" (nd - Journalismus von links)

Florian Geisler - "Mit Theorie gegen Vibe-Politik" (nd - Journalismus von links)

* Rudolf Walther - "Er war ein Philosoph von Weltformat" (Der Tages-Anzeiger)

Johan Schloemann - "Darum ist die Verehrung von Jürgen Habermas berechtigt" (Der Tages-Anzeiger)

* Sandra Trauner - "Die Macht des Arguments" (dpa)

* Sandra Trauner - "The Power of the Argument" (dpa)

* Martin Balle - "Eine Stimme für den Frieden" (Abendzeitung)

* Simon Benne - "Als Habermas in Hannover einen Schlüsselmoment hatte" (Hannoversche Allgemeine Zeitung)

Michael Brenner - "Die jüdische Gemeinschaft verliert einen großen Freund" (Jüdische Allgemeine)

* Johannes Heil - "Ende einer Epoche und Auftrag" (Jüdische Allgemeine)

Frederek Musall - "Habermas, Israel und die Juden. Eine kritische Würdigung" (Jüdische Allgemeine)

* Yves Kugelmann - "Denken nach Auschwitz" (Tachles)

* Tobias Rapp - "Niemand verstand die Bundesrepublik wie er" (Der Spiegel)

* Matthias Warkus - "Der bundesrepublikanische Philosoph" (Spektrum)

* Ilko-Sascha Kowalczuk - "Mein Habermas" (Salon Kolumnisten, blog)

* Rüdiger Suchsland - "Jürgen Habermas: Der Denker unserer Zukunft" (Telepolis)

* Heinz Kleger - "Monument Habermas" (Heinz Kleger, blog)

* Karl Gaulhofer - "Er wollte nur ein Mitstreiter sein" (Die Presse)


Armin Thurnher, Herlinde Pauer-Studer, Robert Misik & Raimund Löw - "Das Vermächtnis des Jürgen Habermas" (Falter, podcast)

* Enrico Schleiff - "Die Goethe-Universität Frankfurt am Main trauert um Jürgen Habermas" (Goethe-Universität Frankfurt)

* Monika Wohlrab-Sahr - "Zum Tod von Jürgen Habermas" (Deutsche Gesellschaft für Soziologie)

* Michael Reder - "Bewusstsein von dem, was fehlt: Zum Tod von Jürgen Habermas" (Hochschule für Philosophie München)


* Hubert Klattmann - "Der große Irrtum eines Moralisten" (Preußische Allgemeine Zeitung)

Christian J. Zeller - "Jürgen Habermas – Der Brandmauer-Vordenker" (Die Achse des Guten)

* Thierry Simonelli - "Habermas und die Entpolitisierung der Politik. Ein Nachruf" (1bis19 - Magazin für demokratische Kultur)

Redaktion Börsenblatt - "Der Nestor des Friedenspreises ist nicht mehr unter uns" (Börsenblatt)


* António Guterres - "Statement by the Secretary-General on the death of Jürgen Habermas" (The United Nations)

George A. Papandreou - "On the Passing of Jürgen Habermas" (Club de Madrid)



Lisa Herzog - "Habermas, democratic discourse, and class" (Crooked Timber)

* Daniel J. Mahoney - "Jürgen Habermas’s Search for Moral Justification" (First Things)


Seth Mandel - "What Habermas Knew" (Commentary)


* Christian Fuchs - "Reason and Communication: Jürgen Habermas’s Legacy for Media and Communication Studies" (TripleC: Communication, Capitalism & Critique)

* Giorgio Cesarale - "Reckoning with Habermas" (Historical Materialism, blog)

* Nikos Mottas - "A Marxist-Leninist critique of Jürgen Habermas" (Monthly Review)

* Thomas Meany - "Normcore" (New Left Review; Sidecar)

John-Baptiste Oduor - "The Many Separations of Jürgen Habermas (1929–2026)" (ArtReview)

* Giancarlo Bosetti - "The Discovery of the Public Sphere and the Break with Adorno" (Reset Dialogues)


* Rainer Forst, Claudio Corradetti & John S. Dryzek - "Jürgen Habermas: Influential champion of modern democracy" (iai news)



* Philip Collins - "Obituary: Jürgen Habermas" (Prospect)

D. Szejnman & Steve Long - "Jürgen Habermas (1929–2026): The philosopher who chose the state" (World Socialist Web Site)
 
* Bert Rebhandl - "Jürgen Habermas im Alter von 96 Jahren gestorben" (Der Standard)

Armin Nassehi - "Montagsblock/366" (Kursbuch.online)

* Josef Früchtl - "Nachruf auf Jürgen Habermas" (Philosophie Magazin)

* Jörg Noller  "Nach Habermas" (Philosophie Magazin)

* Martin Saar & Simone Miller - "Der letzte große Aufklärer" (Deutschlandfunk; interview)


Eva Gilmer - "Jürgen Habermas - wie war er als Mensch?" (Rundfunk Berlin-Brandenburg, interview)


* Martin Kollewijn - "Aufrechter Gang" (Das Goetheanum)

* Martin Kollewijn - "Walk Tall" (Das Goetheanum)



Henning Klingen – "Ein Bewusstsein von dem, was fehlt" (Communio / Kölnische Rundschau)

* Holger Zaborowski - "Ein Denker, der fehlen wird" (Communio)

* Jan-Heiner Tück & Thomas M. Schmidt - "Der entgleisenden Moderne entgegentreten" (Communio, interview)


* Stephan Jütte - "Jürgen Habermas – Die Moderne als Aufgabe" (Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz)





Bernd Irlenborn - "Zum Gedenken an Jürgen Habermas: Eine persönliche Erinnerung" (Theologische Fakultät Paderborn)

* Sebastian Sasse - "Von wegen Diskurs" (Die Tagespost)

* Felix Müller - "Denker der Demokratie" (Berliner Morgenpost)

* Felix Müller - "Das Vermächtnis des Philosophen" (Berliner Morgenpost)

* Stefan Howald - "Der Intellektuelle im Handgemenge" (WOZ Die Wochenzeitung)

* Giancarlo Bosetti - "Addio Habermas, erede dei Lumi e profeta d’Europa" (la Repubblica)

* Juan José Solozabal - "Habermas como filósofo de la democracia constitucional" (El País)

Daniel Innerarity - "El mundo después de Habermas" (El País)



Fernando Vallespín - "Jürgen Habermas, el último intelectual" (El País)

* José Luis Martí - "Habermas y la fuerza de la razón" (ElDiario.es)




Wednesday, March 11, 2026

New Book on Habermas as a Public Intellectual


Jürgen Habermas

Public Intellectual and Engaged Critical Theorist

by Peter J. Verovšek

(Columbia University Press, 2026)

432 pages






Description

This book transforms our understanding of Habermas by focusing on his work as a public intellectual, showing how he has shaped debates far beyond the ivory tower. Peter J. Verovšek argues that while Habermas maintains a strict separation between his academic and his public-facing writings, he has also ensured that these two aspects of his work are part of a consistent whole. The book highlights the development of Habermas’s views over time and the changing nature of his public interventions. His early political writings focused on questions tied to the particular situation of postwar West Germany, but since 1989 he has increasingly turned his attention to the future of Europe and global politics more broadly. Verovšek sheds light on the interrelationship between Habermas’s participation in the public sphere and his theoretical work, demonstrating that his political engagement is crucial to understanding his philosophy. In a moment when public debate is under threat, this book offers timely new insight into Habermas’s lifelong project of defending the public sphere - both in theory and in practice.

Contents

Introduction: Habermas the Public Intellectual

1. Mediating Theory and Practice

2. The Journalistic Years, 1951–1955

3. At the Institute for Social Research, 1956–1959

4. A Partisan Professor in the Student Movement, 1960–1971

5. Retreat to Starnberg, 1971–1982

6. Return to the Public Sphere, 1983–1992

7. A Turn From Germany to Europe, 1993–2009

8. The Colonization of Politics by Economics, 2010–2020

Conclusion: The Last Public Intellectual? 2021–2025


Tuesday, March 03, 2026

Neues Buch: Diskursethik als gattungsethische Wahrhaftigkeit


Diskursethik als gattungsethische Wahrhaftigkeit

Eine Revision der Theorien von Apel und Habermas

von Dorothea Apel

(Verlag Karl Alber, 2026) 

Open Access

468 Seiten





Kurzbeschreibung

Was bedeutet Wahrhaftigkeit – und welche Rolle spielt sie in unserem moralischen Handeln? Dieses Buch unternimmt eine grundlegende Revision und Weiterentwicklung der Diskursethik von Jürgen Habermas und Karl-Otto Apel. Im Zentrum steht eine fundierte Neubestimmung des Begriffs der Wahrhaftigkeit, der in den klassischen Theorien der Diskursethik bislang fälschlich als Geltungsanspruch behandelt wurde und als solcher randständig geblieben ist. Die Autorin entwickelt demgegenüber die These, dass Wahrhaftigkeit – verstanden als Orientierung an den gattungsethischen Gütern des unhintergehbaren Diskurses – den moralischen Kern menschlichen Handelns bildet. Sie argumentiert, dass dieser diskursethische Maßstab auch dann seine Gültigkeit behält, wenn Diskurse faktisch scheitern oder nicht mehr verantwortbar sind.

Inhalt

Einleitung

Terminologische Anmerkungen

Kapitel I: Kritik am "Wahrhaftigkeitsanspruch" als "Geltungsanspruch der Rede"

Kapitel II: Das Gute versus das Gerechte

Kapitel III: Eine transzendentalpragmatische Neubestimmung von Wahrhaftigkeit

Überblick über den Argumentationsgang


Wednesday, February 18, 2026

Rainer Forst: Toward a Critical Theory of Trust

A new paper by Rainer Forst:

"Toward a Critical Theory of Trust

(Political Theory, forthcoming) [Open access]

Abstract:

"This paper lays some groundwork for a critical theory of trust. It challenges widespread assumptions in trust research according to which “thick” forms of trust emerge in socially and culturally homogeneous communities, which regard trust and conflict as opposing terms, or that view trust generally as a value. The paper suggests a distinction between a general, non-normative concept and various normative conceptions of trust, depending on context. With regard to the justification of trust, a distinction between particular and full justification is introduced, and the justification of trust is linked to relations of justification between trusters and trusted. Finally, it argues that trust in conflicts emerges where such relations exist among the parties of a conflict."


Also:

Rainer Forst. "A Critical Theory of Trust", ConTrust Podcast, 2025. 

Rainer Forst: "The Justification of Trust in Conflict. Conceptual and Normative Groundwork", ConTrust Working Paper, 2022.

Nicole Deitelhoff, Rainer Forst, Vinzenz Hediger & Tobias Wille: "Trust in Conflict", ConTrust Working Paper, 2022.


Wednesday, January 14, 2026

New Book: Habermas and the Transformations of Critical Theory


Habermas and the Transformations of Critical Theory: Faces of Critique

Ed. by Amirhosein Khandizaji & James J. Chriss

(Cham: Palgrave Macmillan, 2026) 

405 pages







Contents

1. James J. Chriss & Amirhosein Khandizaji – Introduction [Preview]

2. Hans-Herbert Kögler – Between Dialogue and Empathy: On Multiple Sources of Moral Agency After Habermas [Preview]

3. Michael J. Thompson – On the Ontological Content of Morality: A Critique of Habermas and the Postmetaphysical Turn 

4. Simon Susen – Habermas and the Task of Contemporary Philosophy [Abstract]

5. Stefano Petrucciani – Reconceiving Emancipation: Habermas’s Critique of Marxian Monism [Abstract]

6. Darrow Schecter – Heller, Abendroth, and Habermas: Communicative Action Between Plebiscitary Democracy and Social Statehood [Abstract]

7. James J. Criss – Habermas, Mead, Husserl: A Triadic Exploration

8. Alexandro Ferrara – What the Controversy over "The Reasonable" Reveals: On Habermas’s Auch eine Geschichte der Philosophie [Abstract]

9. Peter J. Verovšek – The Last Public Intellectual? Jürgen Habermas in the Digital Public Sphere [Abstract]


Tuesday, January 06, 2026

Thomas M. Schmidt 1960-2025

Professor Thomas M. Schmidt (Frankfurt) died on December 31, 2025:

See 

* Rainer Forst - "Thomas M. Schmidt – Die Religion im Diskurs der Moderne" (Frankfurter Rundschau)

* Matthias Lutz-Bachmann - "Vernünftige Freiheit? Religion in der sich auflösenden Moderne" (Goethe Universität Frankfurt)


See also my blog post on "Festschrift für Thomas M. Schmidt" (2025).




Thursday, January 01, 2026

Eduardo Mendieta has died, aged 61

Eduardo Mendieta died from cancer on December 17, 2025:

* Daily Nous (Justin Weinberg)

* Progressive Geographies (Stuart Elden)

* Funeral homepage



Tuesday, December 30, 2025

The Elgar Companion to Jürgen Habermas


The Elgar Companion to Jürgen Habermas

Ed. by William Outhwaite & Larry Ray

(Edward Elgar, 2025)

332 pages








Description

This companion provides a comprehensive guide to Jürgen Habermas’s prodigious body of work, bringing together contributions from leading specialists. It explores his main areas of study in chronological order, including topics such as the public sphere and the history of philosophy, to which he has returned in his recent books.

Addressing both the continuities and shifts of Habermas’s writings over the past 70 years, multidisciplinary contributions analyse his most recent opus on post-metaphysical philosophy and religion. They present essential theoretical and conceptual frameworks for understanding modern-day crises and, using Habermas’s theory, consider the potential for societal emancipation. Chapters discuss sociology and philosophy, the theory of law and democracy, religion and the challenges of practical reason, as well as Habermas’s global reception. 

Contents

1. Introduction - William Outhwaite & Larry Ray

2. Sociology and philosophy in the work of Jürgen Habermas - Stefan Müller-Doohm

3. Habermas: theory and diagnoses of the times - Marcos Nobre

4. Is Habermas a critical theorist? Continuities and discontinuities in the Frankfurt School - Fabian Freyenhagen

5. Schelling in the work of Jürgen Habermas: from the philosophy of history to the historicity of communicative action - Dorothee Zucca

6. The genesis of Strukturwandel der Öffentlichkeit - Roman Yos

7. Knowledge and human interests: epistemology as social theory? - Simon Susen

8. Continuities and discontinuities in Habermas’ relation to historical materialism - William Outhwaite

9. From Kant to Hegel but not back: the intersubjective foundations of Habermas’s concept of the lifeworld - Dorothee Zucca

10. Theory of law and democracy - Regina Kreide

11. Revolutionary transcendence at the core of social integration - Hauke Brunkhorst

12. Habermas and the European Union: contributions to a discourse theory of supranational democracy - Markus Patberg

13. The relation of reason and religion in late Habermas - Hans-Herbert Kögler

14. Voices in the public sphere: Habermas, feminism, and the pursuit of recognition - Marina Calloni

15. Solidarity and critical reason - Isabelle Aubert

16. Habermas reception worldwide - William Outhwaite