Thursday, September 30, 2021

Interview with Habermas in "Philosophie Magazin"

A new interview with Jürgen Habermas in "Philosophie Magazin, Sonderheft 19: Kritische Theorie" on critical theory, the Corona crisis, the political shift to the right, identity politics and the future of Europe:

"Es gibt keine unbeweglichen Identitäten

Excerpts: 

"Das alte Problem, wie die kapitalistisch erzeugten Krisen und die wachsenden sozialen Ungleichheiten durch staatliche Regulierung aufgefangen werden können, ist nicht verschwunden; es hat sich sogar verschärft."

"Adorno war eine Person, die nicht nicht denken konnte. Er stand fast immer unter Strom. Das hatte fast etwas Schmerzhaftes. Umso entspannter waren gastfreundliche Abende in kleiner geselliger Runde, wenn sich der Hausherr sicher fühlen durfte."


Thursday, September 09, 2021

Habermas: The New Historians' Dispute

A short essay by Jürgen Habermas in the German "Philosophie Magazin" (6/2021, Oktober/November, pp. 10-11):

"Der neue Historikerstreit"


See also Jens-Christian Rabe's article on Habermas' essay in "Süddeutsche Zeitung" (September 10, 2021). 

Excerpt: "Seit einer guten Weile tobt eine Diskussion, die unter dem Namen Historikerstreit 2.0 firmiert. Das ist nicht ganz korrekt, aber auch nicht ganz falsch. Wie beim ersten Historikerstreit spielt die Frage nach der Vergleichbarkeit oder Unvergleichbarkeit des Holocaust eine zentrale Rolle. Diesmal allerdings unter etwas anderen Vorzeichen. Eher dem linken politischen Spektrum zuzuordnende Genozid-Forscher und Afrikawissenschaftler wie A. Dirk Moses, Michael Rothberg oder Jürgen Zimmerer kämpfen energisch für die These, dass die zentrale Rolle, die die Behauptung der Singularität des Holocaust in der deutschen Erinnerungskultur hat, einer angemessenen Beachtung der deutschen Kolonialverbrechen, etwa des Völkermords an den Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika zwischen 1904 und 1908, im Weg steht. Gegner dieser Überlegungen wittern Relativierung und linken Antisemitismus. Dass sich Jürgen Habermas, der wichtigste - linke - Protagonist des Historikerstreits 1.o in den Achtzigern und berühmteste lebende deutsche Philosoph, bislang dazu noch nicht zu Wort meldete, wurde zuletzt entsprechend oft bedauert. Nun ist es so weit. Anders als es viele Beobachter erhofft haben dürften, äußert sich der durchaus machtbewusste Habermas, der als öffentlicher Intellektueller auch scharf abkanzeln kann, nun allerdings - entgegen dem oft sehr polemischen Stil vieler Diskussionsteilnehmer der vergangenen Monate - sehr differenziert und genau, fast salomonisch. Man darf sich den 92-jährigen Philosophen als hellwachen, so kritischen wie emphatischen Beobachter der aktuellen Debatten um Identitätspolitik und Diskriminierung vorstellen."

Update:

See Dirk Moses's response in "Berliner Zeitung" (October 2, 2021): "Dialektik der Normalisierung".


Wednesday, September 01, 2021

Habermas on the Corona Crisis

New article by Jürgen Habermas:

"Corona und der Schutz des Lebens. Zur Grundrechtsdebatte in der pandemischen Ausnahmesituation", 

(Blätter für deutsche und internationale Politik, 9/2021, pp. 65-78).

Excerpt:

"Im internationalen Vergleich zeichnet sich die Coronapolitik der deutschen Regierung(en) durch einen relativ strengen, wenn auch nicht konsequent durchgesetzten Kurs aus. Die von Angela Merkel verfolgte Politik der Bundesregierung konnte sich dabei auf den mehr oder weniger einhelligen Rat der wissenschaftlichen Experten sowie auf die Medienpräsenz einzelner hartnäckiger Fachpolitiker (wie Karl Lauterbach) und einflussreicher Ministerpräsidenten (wie Markus Söder) stützen. Von geringfügigen Schwankungen abgesehen, ist dieser Regierungskurs von einer klaren Bevölkerungsmehrheit unterstützt worden. Allerdings ließ sich die Bundeskanzlerin bei der Verfolgung dieser Linie aufgrund ihres pragmatisch-abwartenden Regierungsstils vom vielstimmigen Einspruch der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten ohne zwingenden Grund zwei Mal bremsen – bis sie schließlich angesichts der drastischen Folgen ihrer Führungsschwäche „die Notbremse“ gezogen hat. Wenn ich die öffentlich zugänglichen Informationen und Einschätzungen richtig deute, hätte eine strenger durchgehaltene Vorbeugung gegen den Ausbruch der zweiten und der dritten „Welle“ der Coronainfektionen sowohl weniger Tote als auch weniger lange anhaltende Kontaktbeschränkungen und damit geringere ökonomische Einbußen erfordert. Ob Regierung und Bevölkerung daraus für die Vermeidung einer vierten Welle gelernt haben, steht dahin.

Wie in anderen Ländern wurde die öffentliche Diskussion auch in der Bundesrepublik von den einschlägigen Themen beherrscht – von der jeweils drohenden Überlastung des Gesundheitssystems, von den vorbeugenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen, dem Nachschub an Hilfsmitteln wie Masken, Tests, vor allem von der Entwicklung, Zulassung, Verteilung, kurzum der Verfügbarkeit der Impfstoffe. Eine genuin politische Dimension erhielt die Debatte jedoch erst durch den Streit über die rechtliche Zulässigkeit von Strategien und Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Dabei wurden allerdings die kontroversen Hintergrundannahmen, von denen sich die Verteidiger und die Gegner von mehr oder weniger strikten Auflagen haben leiten lassen, nicht deutlich deklariert.

In diesem Zusammenhang kann ich auf ein neues und für die nächste Zukunft ernstlich beunruhigendes Phänomen an dieser Stelle nicht genauer eingehen – ich meine die politisch aggressive und verschwörungstheoretisch begründete Verleugnung der pandemiebedingten Infektions- und Sterberisiken. Wegen ihres rechtsradikalen Kerns sind die scheinliberal begründeten Proteste der Corona-Leugner gegen die vermeintlich konspirativen Maßnahmen einer angeblich autoritären Regierung nicht nur ein Symptom für verdrängte Ängste, sondern Anzeichen für das wachsende Potential eines ganz neuen, in libertären Formen auftretenden Extremismus der Mitte, der uns noch länger beschäftigen wird. In unserem Zusammenhang interessiert mich ein anderer Aspekt, unter dem sich politische Lager im Streit über die richtigen Maßnahmen der Pandemiebekämpfung ausgebildet haben, nämlich die Frage, ob der demokratische Rechtsstaat Politiken verfolgen darf, mit denen er vermeidbare Infektionszahlen und damit auch vermeidbare Todesfälle in Kauf nimmt."

Update (13-10-2021):

See also Andreas Rosenfelder's extensive response in "Die Welt" (October 13, 2021): 

Die Habermas-Diktatur

Excerpts:

"Habermas entwirft in den "Blättern", einst das Leitmedium der 1968er-Bewegung, nicht weniger als den totalen Corona-Staat - ein rechtliches Monstrum, das in seiner Allgewalt, wenn man Habermas beim Wort nimmt, jedes No-Covid-Regime von China bis Australien in den Schatten stellt. Denn der Staat, den Habermas skizziert, darf das Ziel einer konsequenten Infektionsvermeidung nicht nur verfolgen. Nein: Er muss alles tun, um es zu erreichen." (.....)

"Die Zielbestimmung der deutschen Pandemiepolitik, "eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern", ist Habermas viel zu schwach und zu vage. Wenn der Lebensschutz die Regierung zum statistischen "Minimierungsziel" verpflichtet, was Habermas offenbar annimmt, also dazu, "die Zahl der an Corona Verstorbenen so niedrig wie möglich zu halten" - dann gibt es nach Meinung von Jürgen Habermas keinerlei "Spielraum" mehr." (.....)

"Die nun plötzlich behauptete "Pflicht" des Staates, "alle Strategien auszuschließen, bei denen er Gefahr läuft, die wahrscheinliche Gefährdung von Leben und körperlicher Unversehrtheit einer vorhersehbaren Anzahl unschuldiger Bürger in Kauf zu nehmen" und - wie es in einem geradezu grotesken Zusatz heißt - "also selber zu verursachen", führt ohne Umwege zur Idee eines Staates, der zur Kontrolle und Beschränkung sämtlicher Lebensbereiche verdammt ist: "Überwachen und Strafen", wie Habermas' leider viel zu früh verstorbener Kollege Michel Foucault das 1975 genannt hat." (.....)

"Denn wenn der Staat wirklich alles tun muss, was vermeidbare Infektionen verhindert, dann sind ausnahmslose Ausgangssperren, radikalste Kontaktverbote und die dauerhafte Schließung aller öffentlichen Institutionen von der Schule bis zum Schwimmbad nicht nur möglich, sondern geboten. Dann dürfte wirklich niemand mehr seine Wohnzelle verlassen, und Militärpolizisten in Schutzanzügen müssten Wasser und Brot in die Treppenhäuser stellen. Und da der Habermas-Staat zur Unterbindung sämtlicher Infektionen gezwungen ist, müsste er diese auch mit Zwang durchsetzen - im Zweifel also durch körperliche Gewalt, hohe Freiheitsstrafen oder den Entzug anderer Grundrechte."


Thursday, August 26, 2021

On John Rawls's "A Theory of Justice"

A forthcoming issue of "Polity" (Vol. 53, No. 4, 2021) features six articles on John Rawls's "A Theory of Justice":

Robyn Marasco - "Introduction" [PDF]

* Melissa Williams - "Political Rawls"

* Murad Idris - "Rawls, Genealogy, History"

* Ruth Abbey - "Recovering Conceptions of Time from A Theory of Justice" [+ paper, PDF]

* Robert S. Taylor - "Reading Rawls Rightly: A Theory of Justice at 50" [+ paper, PDF]

* William Clare Roberts - "Do We Live in a Society?"

* Clare Chambers - "Rereading A Theory of Justice"


Monday, August 23, 2021

International Conference on Habermas's "Auch eine Geschichte der Philosophie"

An international conference on Jürgen Habermas's book "Auch eine Geschichte der Philosophie" (2019) will be held in Vienna on September 22-24, 2021, organized by Professor Hans Schelkshorn and Professor Rudolf Langthaler, the Faculty of Catholic Theology, University of Vienna.

Speakers: Adela Cortina, Gerardo Cunico, Maximilian Forschner, Friedrich Wilhelm Graf, Ludwig Honnefelder, Maureen Junker-Kenny, Theo Kobusch, Rudolf Langthaler, Christoph Markschies, Eduardo Mendieta, Ludwig Nagl, Heiner Roetz, Hans Schelkshorn, Thomas Schmidt, Notger Slenczka, Magnus Striet.

More information will follow here and here.

Update: Programme [PDF].

Monday, August 16, 2021

Structural transformation of the public sphere [updated]

New article by Jürgen Habermas on the structural transformation of the public sphere: Forthcoming in "Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit?", ed. by  Martin Seeliger & Sebastian Sevignani (Nomos Verlag, 2021), pp. 470-500.

The title of Habermas's essay is "Überlegungen und Hypothesen zu einem erneuten Strukturwandel der politischen Öffentlichkeit".



Excerpts:

"Ein demokratisches System nimmt im ganzen Schaden, wenn die Infrastruktur der Öffentlichkeit die Aufmerksamkeit der Bürger nicht mehr auf die relevanten und entscheidungsbedürftigen Themen lenken und die Ausbildung konkurrierender öffentlicher, und das heißt: qualitativ gefilterter Meinungen, nicht mehr gewährleisten kann. (…..) Nicht die Häufung von Fake News sind eine verbreitete Deformation der Wahrnehmung der politischen Öffentlichkeit signifikant, sondern der Umstand, dass aus der Perspektive der Beteiligten Fake News gar nicht mehr als solche identifiziert werden können. (…..)"

"Gewiss, wenn wir uns an die komplexen Bestandsvoraussetzungen der von Haus aus krisenanfälligen kapitalistischen Demokratien erinnern, liegt es auf der Hand, dass ein Funktionsverlust der politischen Öffentlichkeit tiefer liegende Gründe haben kann. Aber das dispensiert uns nicht davon, nach naheliegenden Gründen zu suchen.
Eine solchen Grund sehe ich in der Koinzidenz der Entstehung des Silicon Valley, also der kommerziellen Nutzung des digitalen Netzes, auf der einen und der globalen Ausbreitung des neoliberalen Wirtschaftsprogramms auf der anderen Seite. Die global erweiterte Zone freier Kommunikationsflüsse, die damals durch die Erfindung der technischen Struktur des "Netzes" ermöglicht worden ist, hat sich von Hus aus als das Spiegelbild eines idealen Marktes angeboten. Dieser Markt musste nicht erst dereguliert werden. Dieses suggestive Bild wird freilich inzwischen durch die algorithmische Steuerung der Kommunikationsflüsse gestört, von der die Konzentration der Marktmacht der großen Internetkonzerne zehrt. Die Abschöpfung und digitale Verarbeitung der persönlichen Kundendaten, die mehr oder wenigen unauffällig gegen die kostenlos zur Verfügung gestellten Information der Suchmaschinen, der Nachrichtenportale und anderer Dienstleistungen eingetauscht werden, erklärt, warum die EU-Wettbewerbskommissarin diesen Markt regulieren möchte. Aber das Wettbewerbsrecht ist der falsche Ansatz, wenn man den Grundfehler korrigieren will, dass die Plattformen, anders als die klassischen Medien, für die Verbreitung von wahrheitssensiblen, also täuschungsanfälligen kommunikativen Inhalten keine Haftung übernehmen wollen. Dass Presse, Rundfunk und Fernsehen beispielsweise dazu verpflichtet sind, Falschmeldungen zu korrigieren, macht auf jenen Umstand aufmerksam, der hier interessiert. Wegen des besonderen Charakters ihrer Waren, die eben keine bloßen Waren sind, können sich auch die Plattformen nicht jeder publizistischen Sorgfaltspflicht entziehen.

Auch sie sind verantwortlich und müssen für News haften, die sie weder produziert noch redigieren; denn auch diese Informationen haben eine meinungs- und mentalitätsbildende Kraft. In erster Linie unterliegen sie nicht den Qualitätsstandards von Waren, sondern den kognitiven Standards von Urteilen, ohne die es für uns weder die Objektivität der Welt von Tatsachen noch die Identität und Gemeinsamkeit unserer intersubjektiv geteilten Welt geben kann. In einer schwer vorstellbaren "Welt" von Fake News, die nicht mehr als solche identifiziert, also von wahren Informationen unterschieden werden könnten, würde kein Kind aufwachsen können, ohne klinische Symptome zu entwickeln. Es ist deshalb keine politische Richtungsentscheidung, sondern ein verfassungsrechtliches Gebot, eine Medienstruktur aufrecht zu erhalten, die den inklusiven Charakter der Öffentlichkeit und einen deliberative Charakter der öffentlichen Meinungs- und Willensbildung ermöglicht." (p. 498f)     

Tuesday, August 10, 2021

Habermas on Karl Heinz Bohrer

Jürgen Habermas has written a remembrance of the German literary scholar Karl Heinz Bohrer, who died last week at the age of 88:

"Literatur und Leben als Lebensthema. Erinnerung an Karl Heinz Bohrer"

(Frankfurter Allgemeine Zeitung, August 11, 2021)


Excerpt:

"Zwar hat Bohrer seinem grollenden politischen Temperament nie entsagt, aber das Projekt, die Kunst für eine Revolutionierung des gesellschaftlichen Lebens in Dienst zu nehmen, erschien ihm als Verrat an der Radikalität der schockierend-augenöffnenden ästhetischen Erfahrung. Das hereinbrechend Explosive und Plötzliche dieser Erfahrung mochte in der künstlerischen Fantasie eine Ähnlichkeit mit den seltenen, von [Walter] Benjamin beschworenen revolutionären Zäsuren der Geschichte haben; aber die Kunst würde den Panzer der Normalität, das Gewöhnliche und die Kontinuität der klebrigen Alltäglichkeit nur durchschlagen können, solange sie das Außeralltägliche, das schechthin Andere des Lebens blieb. Anderseits musste dieses Moment der Unversöhnlichkeit von Kunst und Leben selber gelebt werden. Gegenüber den platonischen Anbetern der reinen Form blieb Bohrer ein Existenzialist. In den Texten von Friedrich Schlegel har er dann nach der Radikalität dieser gelebten Unvereinbarkeit von Kunst und Leben gefahndet; auch deshalb ist für ihn die frühe Romantik immer ein wesentlicher Teil der Aufklärung geblieben." (.....)

"Um einem Missverständnis vorzubeugen: Bohrer war alles andere als ein Esoteriker, er war Rheinländer. Ich erinnere keine Situation, in der Karl Heinz seinen kölschen Tonfall verloren oder gar verleugnet hätte. Einmal hat er mir die heimatlichen Gefühle gestanden, die ihn jedes Mal erfassten, wenn er auf dem Wege von Paris zu seinem Lehrbetrieb in Bielefeld den Rhein überquerte. Über politische Distanzen hinweg habe ich dem rheinischen Landsmann immer freundschaftlich vertraut."


Thursday, July 08, 2021

Dutch articles on “Auch eine Geschichte der Philosophie”

The new issue of the Dutch journal “Algemeen Nederlands Tijdschrift voor Wijsbegeerte” (vol. 113, issue 2) features articles on Jürgen Habermas’ “Auch eine Geschichte der Philosophie” (2019):

* René Gabriëls & Ronald Tinnevelt – ”De genese van redelijke vrijheid. Habermas over geloven en weten”

* Guido Vanheeswijck – "Over de rol van filosofie in de post-seculiere samenleving"

English abstract: Faith and knowledge’ in Auch eine Geschichte der Philosophie. On the Role of Philosophy in Post-Secular Society

This article focuses on three aspects that might clarify the quintessence of Habermas’ position regarding the relation between faith and knowledge in his book, Auch eine Geschichte der Philosophie. First, a concise overview is given of the role of this specific theme in Habermas’ oeuvre as a whole (from his earliest to his later writings), that may help to illuminate why his so-called shift with regard to the relation between faith and knowledge is in need of modification. Subsequently, the question is raised as to the possible role philosophy may still play for Habermas in the contemporary climate of so-called post-secular thought. Finally, some critical remarks are formulated concerning his genealogical reconstruction, in particular his treatment of respectively the axial period, the double face of nominalism and the specific status of a philosophical, conceptual translation of religious contents.

*Pieter Pekelharing  - ”Westerse filosofie en de koorddans tussen geloof en weten”

English abstract: Western philosophy and the tightrope between faith and knowledge

In Auch eine Geschichte der Philosophie (2019), Habermas develops a new view of the history of philosophy. Dating philosophy back to the axial age, he presents its history as the result of a collective learning process, spanning a period of three millennia. In this new approach he highlights the crucial importance of faith and religion which resulted in a specific constellation of belief and knowledge that, though unique to the West, has universal import, and led to greater ‘reasonable freedom (Vernüftige Freiheit). In Habermas’ view The West’s Judeo-Christian heritage was not a passing phase in the emergence of modern thought and politics, but contributed its essential core. Though sympathetic to the idea of learning processes spanning many centuries, one may ask whether reasoning and learning processes always tend to lead, as Habermas claims, in the direction of greater freedom instead of its opposite. In this respect Habermas could have learnt more from the sceptical tradition in philosophy and its persistent interest in the various ways in which reasoning processes are non-cognitively embedded in human nature and society and influence the direction these processes take.

* Maria Kardaun – “Omnis determinatio est negation”

English abstract: Omnis Determinatio est Negatio. On Habermas, Myth, and Truth

With his monumental genealogy of Western philosophy Jürgen Habermas delivers an achievement that is worthy of great praise. In carefully constructed arguments he presents in detail the close connection between, and the mutual indebtedness of, religion and philosophy as they developed in the West for more than two millennia. With regard to the current state of affairs he acknowledges that we should continue to engage with subjects such as purpose, meaningfulness, and how to behave. He proposes that where religion is withdrawing, philosophy should take its place. In spite of its great merits, there are some fundamental shortcomings in the overall image Habermas wishes to convey. By suggesting that Western religion and philosophy have been the major driving forces not only of cognitive but also of ethical progress, he underestimates the moral value of pre-Socratic and other holistic world views that radically differ from the idiosyncratic Western one. For example, he perceives Homer’s mythological thinking as nothing but a primitive state of mind against which the ethical and intellectual progress of later developments could come to the fore. This paper proposes that we should give much more weight to the difference between the ‘cognitive’ and the ‘ethical’ than Habermas does. In principle, as a form of argumentative reasoning, philosophy belongs to the (cognitive) domain of truth. As such, it is not a suitable successor to religion. On the other hand, provided they operate primarily within their own domain – which is the domain of meaningfulness –, religion (in whatever form), literature and the arts, ancient myth, friendship, love, and humour may still be best equipped to sharpen our sense of justice and help us deal with feelings of moral disorientation and fragmentation.

* Joke Spruyt – “Logica modernorum. Een kanttekening bij Habermas’ portret van de middeleeuwse wijsbegeerte”

English abstract: Logica modernorum. A critical note on Habermas’s portrait of medieval philosophy

In his monumental history of philosophy, the eminent scholar Jürgen Habermas has managed to provide us with a thorough and very nuanced overview of thousands of years of western thought. The famous philosopher paints an impressive picture of the vicissitudes of the modernisation processes featuring in the history of western philosophy. The Leitmotiv of Habermas’s narrative is the way in which throughout history philosophy dealt with the question concerning the relationship between faith and reason. When it comes to the Middle Ages, it is not surprising that Habermas should focus on the opposition between Thomas Aquinas and William of Ockham. However, by confining himself to the concepts of fides and ratio, he completely overlooks thirteenth-century developments in the domain of logic. To take note of these developments is fundamental to understand the process of modernisation in philosophy. The aim of this paper is to fill in the gap, by concentrating on thirteenth-century discussions of necessity and (logical) consequences.

* Henning Tegtmeyer – “Habermas over genealogie, metafysica en godsdienst”

English abstract: Habermas on genealogy, metaphysics and religion

Habermas’s impressive history of philosophy presents itself both as a comprehensive account of the history of Western philosophy from its beginning to the 19th century and as a genealogy of post-metaphysical thinking. In this paper I argue that this twofold goal creates a serious methodological problem. I also find Habermas’s understanding of metaphysics unclear and partly misguided. If that is correct it has consequences not only for the very notion of post-metaphysical thinking but also for the understanding of the dialogue between philosophy, religion, and modern secular society that Habermas advocates.

* Geert Van Eekert – “Pas de deux met een theologische erfenis”

English abstract: Pas de deux with a theological legacy. Jürgen Habermas on David Hume and Immanuel Kant

In his latest opus magnum, Jürgen Habermas reconsiders the history of philosophy from a peculiar perspective: the true and unique nature of philosophy is shown to have been given shape in philosophy’s dispute with Christian theology. This article reviews Habermas’ chapter on the Enlightenment, in which Habermas casts David Hume and Immanuel Kant dancing their own pas de deux with that theological legacy. After having sketched the historical scripts in which Hume and Kant are involved by Habermas, I will critically assess the author’s claim that while Hume ends up refusing the dance and (hence) betraying (enlightened) philosophy’s nature, Kant accepts and transforms the heritage, yet ends up failing to give his pas de deux a genuine modern and enlightened twist.

* Paul Cobben – ”Habermas’ receptie van het denken van Hegel en Marx in Auch eine Geschichte der Philosophie”

English abstract: Habermas’s reception of Hegel’s and Marx’s thinking in Auch eine Geschichte der Philosophie

According to Habermas, Hegel has contributed to the development of the paradigm of speech-philosophy insofar as he transformed Kant’s noumenal subject into a free subject that is related to the lifeworld. By interpreting the unity of the lifeworld by means of a philosophical conceptualization of the religious cultus, however, he re-introduces a metaphysical approach in philosophy. Habermas praises Marx because he made this metaphysical approach of the lifeworld undone. His economic determinism, however, cannot be reconciled with the free subject. Habermas’s Hegel-reception is criticized because it misunderstands Hegel’s attempt to conceptualize why it is possible at all to realize freedom in the lifeworld; his Marx-reception is criticized because it ignores that freedom for Marx is only the result of the communist revolution.


See also my links to reviews of Habermas's "Auch eine Geschichte der Philosophy".


Tuesday, July 06, 2021

Rudolf Langthaler: Kritische Anmerkungen zu Habermas’ Kritik der kantischen Religionsphilosophie


Führt Moral unumgänglich zur Religion?

Zur Kritik der Kantischen Religionsphilosophie bei Jürgen Habermas - eine Entgegnung

von Rudolf Langthaler

(Verlag Karl Alber, 2021)

494 Seiten


Kurzbeschreibung

Im Kontext des Themas „Nachmetaphysisches Denken und Religion“ hat Jürgen Habermas auch der kantischen Religionsphilosophie wiederholt besondere Aufmerksamkeit gewidmet und darin geradezu eine „Wegscheide nachmetaphysischen Denkens“ erkannt. Seine Interpretation und Kritik der Kantischen Religionsphilosophie, die vor allem das Verhältnis von „Glauben und Wissen“ umkreist, ist Thema des Buches. Im ersten Teil sollen jene grundlegenden begrifflichen Differenzierungen der kantischen Moraltheorie, seiner Ethik und Religionsphilosophie vergegenwärtigt werden, die in Habermas‘ Kant-Kritik eine besondere Rolle spielen. Im zweiten Teil wird Habermas‘ Interpretation und Kritik an Kants Religionsphilosophie ausführlich und textnah behandelt. Alle einschlägigen Stellungnahmen Habermas‘ zu Kant sollen dabei ausführlich berücksichtigt werden.

"Gewidmet ist dieses Buch Jürgen Habermas: In großer Bewunderung für sein überaus beeindruckendes wissenschaftliches Lebenswerk sowie für sein öffentliches Engagement als kritischer "zeutdiagnostischer" Intellektueller - jedoch in ehrerbietendem Widerspruch mit Blick auf Kant" [S. 24] 


Inhalt [Leseprobe]

Vorwort

I. Teil: Zu den von Habermas kritisierten religionsphilosophischen Lehrstücken Kants

1. Das »höchste Gut« innerhalb der »Ordnung der Begriffe von der Willensbestimmung«

2. Die »strengste Forderung der praktischen Vernunft« als die (auf das »höchste [vollendete] Gut« bezogene) »moralisch konsequente Denkungsart«: Eine »mit der Pflicht als Bedürfnis verbundene [!] Notwendigkeit, die Möglichkeit dieses höchsten Guts vorauszusetzen«

3. Kants Unterscheidung zwischen »moralischer« und »moralisch konsequenter Denkungsart« und das daraus erwach(s)ende »moralisch gewirkte Bedürfnis« der »fragenden Vernunft«. Das in dem »moralischen Wunsch« leitende »Interesse der Vernunft an sich selbst«

4. Die im Kontext der »moralisch konsequenten Denkungsart« erfolgte Begründung der »Vernunftpostulate«: Die moralisch notwendige »Annehmung« des Satzes, »dass ein Gott sei«

5. Das in der »moralisch konsequenten Denkungsart« bestimmende »Bedürfnis der fragenden Vernunft« im Kontext der »authentischen Theodizee« und Kants Idee der »Strafwürdigkeit«

II. Teil: Habermas versus Kant – Kant versus Habermas: Kritische Anmerkungen zu Habermas’ Kritik der kantischen Religionsphilosophie

Vorbemerkung: Von Habermas wiederholt kritisierte »metaphysische Hintergrundannahmen« der kantischen Postulatenlehre. »Konkretisierung der Transzendentalität« statt »Detranszendentalisierung«?

1. Zu Habermas’ Kritik an dem von Kant angeblich unausgewiesenen »transzendentalen Faktum der Vernunft«: Die Problematisierung desselben als ein »transzendentales Faktum der Pflicht«

2. Habermas’ Kritik an den kantischen »Vernunftpostulaten« und an der – moralisch notwendigen – Verankerung der postulatorischen »Annehmung« des Satzes, »dass ein Gott sei«

3. Habermas’ grundlegender Einwand: Die gebotene »Beförderung des höchsten Gutes« – eine »zusätzliche« »problematische«, weil »überschwängliche« »Superpflicht«?

4. Eine weitreichende Konsequenz aus Habermas’ verkürzter Wahrnehmung dieser »Willensbestimmung von besonderer Art«

5. Ein Blick auf Habermas’ Bezugnahme auf Kants Geschichtsphilosophie

6. Zu Habermas’ Interpretation der kantischen »Reich Gottes«-Idee (a.) und des »ethisch gemeinen Wesens« (b.); der dieses »ethische Gemeinwesen« beseelende »Geist« (c.)

Schlussbemerkung

* * *

"Führt Kant den Vernunftglauben in der Absicht ein, die Motivationsschwäche der abstrakten Vernunftmoral auszugleichen und »der moralischen Denkungsart« eine »feste Beharrlichkeit« zu sichern? Oder dient die derart erweiterte Moraltheorie ihrerseits zur Begründung einer christlichen Glaubenssubstanz, die mit den Verheißungen sowohl der Unsterblichkeit der individuellen Seele wie auch der rettenden Gerechtigkeit eines in die Geschicke der Welt eingreifenden Gottes über den kargen Aussage gehalt des zeitgenössischen Deismus hinausschießt? Dieser zweiten Interpretationslinie folgt Rudolf Langthaler, der als ein hervorragender, in die kleinsten Textfalten sensibel eindringender Kenner der kantischen Philosophie ausgewiesen ist, in einer eindringlichen Studie mit Nachdruck [Rudolf Langthaler, Geschichte, Ethik und Religion im Anschluss an Kant (Berlin, 2014)]. In der Art eines an Benjamin und Adorno geschulten close reading entfaltet er eine nuancenreiche »Perspektive zwischen skeptischer Hoffnungslosigkeit und dogmatischem Trotz«; die Lesart, die er begründet, soll dem »Bedürfnis der Vernunft«, das durch eine spröde Lektüre der Kantischen Moralphilosophie unbefriedigt bleibt, Genugtuung verschaffen. (.....)"

(Jürgen Habermas, Auch Eine Geschichte der Philosophie (Berlin, 2019), Bd. II, S. 353-354.)

* * *

Siehe auch:

Rudolf Langthaler - Nachmetaphysisches Denken? Kritische Anfragen an Jürgen Habermas (Berlin: Duncker & Humblot, 1997)

Sunday, June 27, 2021

New Book: Radical Proceduralism


Radical Proceduralism

Democracy from Philosophical Principles to Political Institutions

by Dannica Fleuß

(Bingley: Emerald, 2021)

236 pages


Description

Democratic politics depend on citizen participation, trust and support. While this support in democratic institutions and political elites is declining, public and scholarly discourse frequently suggests counteracting the challenge by strengthening the role of experts in political decision-making, yet such reform proposals convey a paternalistic threat that contravenes fundamental democratic principles.

Proposing an alternative, 'radical proceduralist' understanding of democratic legitimacy and institutional reform, Radical Proceduralism argues that there is no such thing as 'political truth' or 'correctness' that could justify experts wielding political power. Rather, the only criterion for democratic legitimacy is the fair and equal inclusion of all affected citizens.

Radical Proceduralism bridges the gap between political philosophy and practical institutional experimentation asking us to bring citizens back in and to engage them in a dialogue about 'the rules of the democratic game' and proposing institutional devices that figure as 'conversation starters' and facilitate such dialogues.

Contents [pdf] [Preview]

Introduction: Democratic Legitimacy, Democratic Crises, Everyday (Political) Practice

1. Bridging the Gap between Principles and Institutions: Meta-theoretical and Methodological Considerations

2. Procedure, Substance, Democratic Legitimacy: A Framework for the Debate

3. Two Forms of Proceduralism: Rawls’s and Habermas’s Theories of Democratic Legitimacy

4. Normative Proceduralism and Its Limitations in “Post-metaphysical” Political Theory

5. Radical Proceduralist Ideals: A Discursive Account

6. Institutional Designs as Conversation Starters: Ask Citizens, Not Philosophers!

7. Conclusion: Democratic Institutions for Radical Proceduralists and Other Citizens

Dannica Fleuß is a Research Fellow at Helmut-Schmidt-University Hamburg and a Research Associate at the Center for Deliberative Democracy and Global Governance. 

Her dissertation from 2016 is available here: "Prozeduren, Rechte, Demokratie. Das legitimatorische Potential von Verfahren für politische Systeme" [pdf]


Friday, June 25, 2021

Interview with Rainer Forst

 Interview with Rainer Forst in "Frankfurter Rundschau", June 25, 2021:

"Politik ohne Vernunft führt ins Verderben"


Thursday, June 24, 2021

Fabienne Peter on Political Legitimacy

Fabienne Peter (Warwick) will give the 2021 Wittgenstein Lectures (University of Bayreuth) via Zoom on June 28 - July 2:

The Grounds of Political Legitimacy

Lecture 1: What Makes Political Decisions Legitimate?

Lecture 2: Why Democracy?

Lecture 3: The Value of Political Deliberation

Lecture 4: Norms of Political Deliberation

Lecture 5: Is Political Deference Ever Warranted? 


More information here.

Fabienne Peter is the author of "Democratic Legitimacy" (Routledge, 2008).

Saturday, June 12, 2021

Axel Honneth's Benjamin Lectures

On June 16, 17 & 18, 2021, Axel Honneth will give the Benjamin Lectures on "Der arbeitende Souverän. Eine demokratische Theorie der Arbeitsteilung“ at the open-air cinema Hasenheide, Neukölln, Berlin.

Lecture 1: "Die Arbeit (in) der Demokratie"

* Commentary: Ruth Yeoman (University of Oxford)

Lecture 2: "Die Wirklichkeit der gesellschaftlichen Arbeit"

* Commentary: Christine Wimbauer (Humboldt University, Berlin)

Lecture 3: "Der Kampf um die gesellschaftliche Arbeit"

* Commentary: Andrea Komlosy (University of Vienna)


A summary of Honneth's lectures is published in "taz am Wochenende" (June 12, 2021):Axel Honneth - "Der arbeitende Souverän".

An interview with Honneth: „Alternativen zur Lohnarbeit schaffen“ (Der Tagesspiegel, June 11, 2021).




Saturday, May 29, 2021

Thomas Nagel on human rights and moral knowledge

In "London Review of Books" (June 3, 2021), Thomas Nagel revisits the old debate about consequentialist vs. deontological theories of morality:

"Types of Intuition. Thomas Nagel on human rights and moral knowledge"


"In some sense the moral point of view requires putting oneself in everyone else’s shoes and taking the separate point of view of each individual into account in deciding what to do. The question is: how?"

“The question I am asking is whether, looking at ourselves from outside, we should come to view our attachment to rights and deontology as an unnecessarily cluttered moral outlook.” 



Wednesday, May 26, 2021

Thomas M. Scanlon lecture on Tolerance

 Thomas M. Scanlon (Harvard) delivered the 2021 Knox Lecture on May 21, 2021:

"Further Reflections on Tolerance and its Difficulty" (video)


The lecture was based on Scanlon's paper "Further Reflections on Tolerance and Its Difficulty" (PDF, 2019),



Monday, May 24, 2021

Rainer Forst on Solidarity

* A new paper by Rainer Forst:

"Solidarity: Concept, Conceptions, and Contexts" (PDF, 2021)

Abstract:

The purpose of this chapter is to analyze the concept of solidarity and distinguish various conceptions of solidarity that differ depending on social and normative contexts. The analysis helps to clarify both the different meanings of the term “solidarity” (and the different normative conceptions) and to avoid some of its pitfalls. The latter stem from making false connections between these conceptions, such as the assumption that solidarity must always be of an ethical or nationalist nature, that it is categorially different from justice or is always supererogatory. Solidarity as a virtue comes in many forms and with many justifications and grounds, and one must not reduce this plurality, but instead describe it properly. As already indicated, this opens up the possibility of conflicts between these contexts and dimensions of solidarity. The (as argued) “normatively dependent” concept of solidarity does not tell us to which form we ought to accord priority.


* Discussion: "Zukunft der Solidarität" (Video, May 12, 2021)

Rainer Forst (Frankfurt), Nicole Deitelhoff (Leipzig), Stefanie Dimmeler (Frankfurt), Klaus Günther (Frankfurt), & Jan Pieter Krahnen (Leipzig).


"Dialektik der Solidarität" (Frankfurter Rundschau, May 28, 2021)


Friday, May 14, 2021

A Theory of Justice at Fifty: An Anniversary Conference

The University of Notre Dame is hosting a conference in September marking the 50th anniversary of the publication of John Rawls's "A Theory of Justice":

"A Theory of Justice at Fifty"  

Organized by Paul Weithman (University of Notre Dame)

Registration is now open!


Conference Schedule

Day 1, September 24

* Session 1: Method in Political Philosophy

Aaron James (UC, Irvine) and Laura Valentini (KCL/Munich)

* Session 2: Rawls, Race and Non-Ideal Theory

Charles Mills (CUNY), Tommie Shelby (Harvard), Henry Richardson (Georgetown)

* Session 3: Rawls and Equality

Elizabeth Anderson (Michigan) and Michael Otsuka (LSE & Rutgers) 

* Session 4: Rawls and Public Reason Liberalism

Jonathan Quong (USC), Rainer Forst (Frankfurt), Kevin Vallier (Bowling Green)

Day 2, September 25

* Session 5: Rawls and the History of Political Philosophy

Daniel Brudney (Chicago), Sharon Lloyd (USC), Peter DeMarneffe (Arizona State)

* Session 6: Rawls and Moral Philosophy

Stephen Darwall (Yale) and Susan Neiman (Berlin)

* Session 7: Rawls and Democracy

Joshua Cohen (Berkeley & Apple) and David Estlund (Brown Univeristy)

* Session 8: A Theory of Justice vs. Political Liberalism

Samuel Scheffler (NYU) and Japa Pallikkathayil (Pittsburgh)

* Closing Panel: "What Can We Hope?"

Chair: Paul Weithman (Notre Dame); Speakers: Samuel Freeman (Penn), Erin Kelly (Tufts), Leif Wenar (Stanford)


See also my blog posts:

* John Rawls's lectures on Modern Political Philosophy (audio recordings)

* John Rawls's lectures on John Stuart Mill (audio recordings)

* John Rawls. Debating the Major Questions

* John Rawls at 100.


Wednesday, May 12, 2021

Neues Buch: Theologische Reaktionen auf "Auch eine Geschichte der Philosophie"


Wissen und Glauben. Theologische Reaktionen auf das Werk von Jürgen Habermas "Auch eine Geschichte der Philosophie"

Hrsg. von Franz Gruber & Markus Knapp

(Freiburg: Verlag Herder, 2021)

254 Seiten



Kurzbeschreibung

In seinem großen Spätwerk "Auch eine Geschichte der Philosophie" rekonstruiert Jürgen Habermas den Diskurs über Glauben und Wissen, aus dem nicht zuletzt die säkulare Welt resultiert. Ob und wie dieser Diskurs weitergehen kann, um die Moderne vor Entgleisungen zu bewahren, ist allerdings fraglich. Der Band setzt sich aus theologischer Perspektive kritisch und nach vorne gerichtet mit dem Werk auseinander. In einem eigenen Text antwortet Jürgen Habermas auf die Beiträge.

Inhalt 

Franz Gruber & Markus Knapp - "Einführung"

Markus Knapp - "Schwacher Naturalismus und Transzendenz. Theologische Überlegungen zu Jürgen Habermas' Rekonstruktion des Diskurses über Grauben und Wissen", 

Martin Breul - "Rede vom Handeln Gottes im nachmetaphysischen Denken, oder: Lässt sich mit Habermas Theologie treiben?"

Franz Gruber - "Problemanzeigen für eine Systematische Theologie im Anschluss an Jürgen Habermas' Befund der Trennung von Glauben und Wissen"

Martin Dürnberger - "Vernünftige Freiheit, vernünftiger Glaube. Über Glaubensbegriffe und Lernprozesse"

Hans-Joachim Höhn - "Religion - Ritus - Transzendenz. Lebensdienliche Illusionen?"

Saskia Wendel - "Die Unausdenkbarkeit der Verzweiflung. Theologische Anknüpfung an und Unterscheidung von Habermas' nachmetaphyscher Interpretation Kantischer Metaphysik"

Matthias Lutz-Bachmann - "Hoffnung aus Vernunft. Kants Hoffnung auf ein "ethisches Gemeinwesen"

Magnus Striet - "Verzweiflungsanalysen und der opake Kern der Religion. Jürgen Habermas liest Søren Kierkegaard"

Jürgen Habermas - "Versuch einer Replik"


Monday, May 03, 2021

Habermas turns down Sheikh Zayed Book Award

In a statement published in "Der Spiegel Online" Jürgen Habermas turns down the Sheikh Zayed Book Award: "The Cultural Personality of the Year" for 2021 (225.000 Euro).

"I declared my willingness to accept this year's Sheikh Zayed Book Award. That was a wrong decision, which I correct hereby. I didn't sufficiently make clear to myself the very close connection of the institution, which awards these prizes in Abu Dhabi, with the existing political system there."

Comments:

* Andreas Fanizadh - “Eine überfällige Kontroverse

Moritz Baumstieger - "Jürgen Habermas und die Emirate: Sehr enttäuscht"

Reinhard Schulze - "Eine Lanze für den Diskurs"

* Stefan Weidner - "Abu Dhabi möchte sich auf die Aufklärung berufen

* Christian Weisflog - "Habermas ist doch kein nützlicher Idiot"

* "Reaktionen auf Habermas' Verzicht auf Sheikh Zayed Book Award"


Among the previous award winners are: Richard van Leeuwen (NL), Philip Kennedy (UK), Jaroslav & Suzanne Stetkevych (USA), Dag Nikolaus Hasse (DE), David Wirmer (DE), Sugita Hideaki (JAP), Pedro Martinez Montavez (ES), and Denys Johnson-Davies (CAN).

Juergen Boos, President of the Frankfurt Book Fair, is member of the scientific commitee.


Sunday, May 02, 2021

Symposium II on "Auch eine Geschichte der Philosophie"

The new issue of "Constellations" (vol. 28, no. 1 ) features articles on Jürgen Habermas' "Auch eine Geschichte der Philosophie" (Suhrkamp Verlag, 2019):

Jürgen Habermas - "An Author's Retrospective View" [first page(Originally published in "Deutsche Zeitschrift für Philosophie", vol. 69, no. 2 (2021), pp. 231-240.)

Thomas McCarthy - "On the Interest of Practical Reason in Hope"

Rainer Forst - "The Autonomy of Autonomy: On Jürgen Habermas's "Auch eine Geschichte der Philosophie"" [open access]

Cristina Lafont - "Remarks of a Young Habermasian on Jürgen Habermas’ "Also a History of Philosophy""

Seyla Benhabib - "Habermas's new "Phenomenology of Spirit": Two Centuries After Hegel

Peter E. Gordon - "Is There an Asymmetry Problem in the Genealogy of Postmetaphysical Reason?"

Maeve Cooke - "Existentially Lived Truth or Communicative Reason? Habermas’ Critique of Kierkegaard"

Eduardo Mendieta - "Enlightened Religion: The Alphabetization of Faith and the Linguistification of Freedom"

Jürgen Habermas - "Reply" [first page]


Sunday, April 25, 2021

Cambridge Companion to Rorty


The Cambridge Companion to Rorty

ed. by David Rondel

(Cambridge University Press, 2021)

349 pages




Description

This Companion provides a systematic introductory overview of Richard Rorty's philosophy. With chapters from an interdisciplinary group of leading scholars, the volume addresses virtually every aspect of Rorty's thought, from his philosophical views on truth and representation and his youthful obsession with wild orchids to his ruminations on the contemporary American Left and his prescient warning about the election of Donald Trump. Other topics covered include his various assessments of classical American pragmatism, feminism, liberalism, religion, literature, and philosophy itself. Sympathetic in some cases, in others sharply critical, the essays will provide readers with a deep and illuminating portrait of Rorty's exciting brand of neo-pragmatism.

Contents [Preview]

Introduction: The Unity of Richard Rorty’s Philosophy - David Rondel [Preview] [Excerpt]

1. Rorty’s Metaphilosophy: A Pluralistic Corridor - Colin Koopman

2. After Metaphysics: Eliminativism and the Protreptic Dilemma - Neil Gascoigne

3. Rorty and Classical Pragmatism - Christopher Voparil

4. A Pragmatism More Ironic Than Pragmatic - Barry Allen

5. Rorty and Semantic Minimalism - Simon Blackburn

6. Returning to the Particular: Morality and the Self after Rorty - Alan Malachowski

7. Rorty’s Political Philosophy - Michael Bacon & Alexis Dianda

8. Tinkering with Truth, Tinkering with Difference: Rorty and (Liberal) Feminism - Susan Dieleman

9. Rorty’s Insouciant Social Thought - James T. Kloppenberg

10. Rorty and National Pride - Georgia Warnke

11. Rorty on Religion - Stephen S. Bush

12. Rorty: Reading Continental Philosophy - Paul Patton

13. Rorty’s Literary Culture: Reading, Redemption, and The Heart’s Invisible Furies - Áine Mahon & Elizabeth O’Brien [Abstract]

14. Wild Orchids - Robert Westbrook


See also my blog post on "On Philosophy and Philosophers. Unpublished Papers, 1960–2000" by Richard Rorty.


Thursday, April 22, 2021

Symposium on "Auch eine Geschichte der Philosophie"

The new issue of "Deutsche Zeitschrift für Philosophie" features articles on Jürgen Habermas' "Auch eine Geschichte der Philosophie" (Suhrkamp Verlag, 2019):

Robin Celikates - "Einleitung" [link] [preview]

Jürgen Habermas - "Rückblick eines Autors" [preview]

This essay is a reflection on what I hoped to achieve with a project that was in the making for more than ten years. The account probably illustrates the aims that I believe I should have pursued in the project looking back upon it today rather than what I actually achieved within it; in any case, what one has actually written is only revealed after the fact from the critical responses of attentive and sensitive readers.

Axel Honneth - "Säkulare Vernunft? Eine kleine Rückfrage an ein großes Buch" [preview]

In my contribution I ask whether the version of secular reason Jürgen Habermas characterises as “post-metaphysical” can really provide us children of modernity with a comprehensive self- and world-understanding. I begin by asking what it means to claim that secular reason is “post-metaphysical” (1). There are various possible ways of understanding this characterisation, some stronger than others; but there needs to be clarity on this issue to address my second question: What would secular reason really have to achieve in order to make good on its claim that it can still provide us with a comprehensive understanding of our relation both to ourselves and to the world? I will split this question along two dimensions: from a theoretical standpoint we should explore how reality has to be understood in order to allow us to attain a consistent understanding of self and world; from a practical standpoint, we need to ask which attitudes we would actually have to adopt towards reality in order to find in it the kind of orientation that Habermas believes his version of secular reason holds in store (2). In a third step, I follow up on these practical considerations by asking whether, at the level of everyday praxis, an orienting conception of self and world in this day and age does not in fact demand more than Habermas seems to have in mind (3). Finally, and returning, albeit indirectly, to the meaning of “post-metaphysical”, I cast some doubt on the Habermasian thesis that secular reason can survive only in the form of a tradition that reaches back either to Kant or to Hume; I want to question whether this division is exhaustive and briefly bring a third alternative into play (4).

Peter E. Gordon - "Gibt es ein Asymmetrie-Problem in der Genealogie der nachmetaphysischen Vernunft?" [preview]

This essay places some conceptual pressure on the model of a “learning process” in Jürgen Habermas’s Auch eine Geschichte der Philosophie, and it asks whether this model introduces a subtle asymmetry into the relationship between religion and secular philosophy. Such an asymmetry would seem to obtain insofar as religious tradition is granted a privileged or unique status as the source of normative insights that are then available for rational scrutiny and translation into secular life. The essay also draws a comparison between Lessing and Habermas: Lessing, like Habermas, saw revelation as a source of instruction for humanity, and affirmed that religion could thereby play a role in the Erziehung des Menschengeschlechts. But Lessing was careful to say that no valuable normative contents are found in religion that could not also be derived by secular reason alone. Habermas’s genealogy of post-metaphysical thinking does not seem to confirm Lessing’s idea; instead, it appears to confirm an asymmetry in the relation between religion and secular philosophy.

Regina Kreide & Tilo Wesche - "Warum moralisch sein?" [preview]

In his latest book, Auch eine Geschichte der Philosophie, Jürgen Habermas attempts nothing less than a reconceptualisation of the history of human reason. Why, according to the central question that runs through the book like a red thread, can we, in the face of all social adversities and psychological obstacles, still be morally motivated to stand up for overcoming injustice in the world? This almost classic question about what I can hope for undoubtedly bears Kantian traits. And yet Habermas clearly goes beyond Kant. We argue that this becomes visible, first, in his post-metaphysical conception of motivation, which links individual and collective moral learning processes. The enormous explosive power of this conception comes into its own, secondly, especially against the background of some additional assumptions (trust, grief, open future). Nevertheless, thirdly, the question arises to what extent the Habermasian narrative of progress does not have a blind spot because it is in some sense not dialectical enough. The negative side of reason, which Adorno and Benjamin emphasised, are not included in the progress narrative, or only indirectly, which makes the conception of moral motivation seem weaker than it ought to be.

Jürgen Habermas - "Replik" [preview]

With these comments I try to explain why I am not quite convinced by the objections of four colleagues who touch on relevant issues of great weight. Axel Honneth claims that I failed to take into account the systematic weight of the Aristotelian tradition which I pursue only up until Thomas Aquinas (1). Peter Gordon points to an asymmetry in the presentation of the discourse between faith and knowledge that allegedly calls into question the independence of what philosophy developed, by its own standards, from an appropriation of semantic contents of religious traditions (2). Regina Kreide and Tilo Wesche explain the central intention that in fact guided me in this book, but criticise the one-sidedness of an undialectical account of learning processes, in whose shadow the victims tend to be neglected (3).


Monday, April 19, 2021

Neues Buch: "Normative Ordnungen"


Normative Ordnungen

Hrsg. von Rainer Forst & Klaus Günther

(Berlin: Suhrkamp Verlag, 2021)

683 Seiten




Kurzbeschreibung

Wer verstehen will, wie gesellschaftliche Ordnungen sich herausbilden, verändern, stabilisieren oder zerbrechen, muss ihr normatives Innenleben erschließen. Der Frankfurter Forschungsverbund "Normative Ordnungen" hat eine viel beachtete Methode entwickelt, die die konstitutiven Rechtfertigungen nationaler wie transnationaler Ordnungen untersucht: ihre narrative Struktur, ihre moralische, religiöse, konventionelle, politische, rechtliche Natur – oder eine Kombination davon, so spannungsreich sie auch sein mag. Auf welchen Wegen, in welchen Verfahren und Konflikten entstehen solche Rechtfertigungen? Wann schwindet ihre Kraft? Der Band präsentiert in interdisziplinärer Zusammenarbeit eine Antwort auf diese Fragen.

Inhalt

Rainer Forst & Klaus Günther - Normative Ordnungen. Ein Frankfurter Forschungsprogramm [Leseprobe]


I: Die Ambivalenz normativer Ordnungen: Was gilt?

Jürgen Habermas - Noch einmal: Zum Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit [Vortragsskript] [Video]

Axel Honneth - Recht und Sittlichkeit. Aspekte eines komplexen Wechselverhältnisses

Rainer Forst - Normativität und Wirklichkeit. Zu einer  kritisch-realistischen Theorie der Politik [Normativity and Reality (draft)]

Marcus Willaschek - Soziale Geltung und normative Richtigkeit. Eine  sozial-pragmatische Konzeption von Normativität

Christoph Menke - Zweite Natur. Zu einer kritischen Theorie der Normativität

Martin Saar - Immanente Normativität

Christopher Daase & Nicole Deitelhoff - Wenn die Geltung schwindet. Die Krise der liberalen  Weltordnung und die Herrschaftsproblematik internationaler Politik


II: Die Universalität normativer Ordnungen: Was gilt wo?

Nikita Dhawan - Die Aufklärung vor den Europäer-innen retten

Bernhard Jussen - Kohärenzinseln. Arbeiten an geschichtswissenschaftlichen  Versuchsaufbauten nach dem Ende des Eurozentrismus

Stefan Gosepath - Die Notwendigkeit globaler Philosophie

Matthias Lutz-Bachmann - Werte und Normen

Stefan Kadelbach - Die relative Universalität der Menschenrechte

Armin von Bogdandy, Matthias Goldmann & Ingo Venzke - Gemeinwohl im Völkerrecht. Eine Theorie internationaler öffentlicher Gewalt

Jens Steffek - Vom Friedensprojekt zur Elitenverschwörung. Die Umdeutung internationalen Regierens in Zeiten des Populismus


III: Die Performativität normativer Ordnungen: Wer erzählt was und wie?

Hartmut Leppin - Normative Ordnung, Exemplarität und Performanz. Das Beispiel Rabbulas von Edessa

Annette Imhausen - (Natur-)Wissenschaften und normative Ordnungen. Beispiele  aus den frühesten Wissenschaften und ihrer Geschichte [Sciences and Normative Orders]

Susanne Schröter - Dschihadismus. Politische Kontexte, theologische  Rechtfertigungen und Utopien normativer Ordnungen

Mamadou Diawara - "Die Piraten versuchen, ihren Kopf zu retten". Chronik einer Transplantation, die nicht greift

Angela Keppler & Martin Seel - Filmische Untersuchungen. Über die Deutung  ihres seismographischen Gehalts

Vinzenz Hediger - Sichtbares Unrecht. Zur normativen Kraft des Dokumentarischen

Rainer Klump & Pascal Wolf - Das "Trickle Down"-Narrativ als Rechtfertigung  wirtschaftlichen Wachstums


IV: Die Dynamik und Fragilität normativer Ordnungen: Wer ordnet was?

Klaus Günther - Von normativen zu smarten Ordnungen? [Vortrag]

Christoph Burchard - Von der "Strafrechts"ordnung der Prädiktionsgesellschaft zur Strafrechts"Ordnung" des liberalen Rechtsstaats

Alexander Peukert - Die Herausbildung der normativen Ordnung "geistiges Eigentum". Diskurstheoretische und andere Erklärungsansätze [Arbeitspapier]

Ute Sacksofsky - Wenn Rechtfertigungen brüchig werden. Verfassungsgerichte in der Diskriminierungsbekämpfung am Beispiel der Geschlechterordnung vor dem Bundesverfassungsgericht

Sighard Neckel - Der Zerfall von Ordnungen [Vortrag

Darrel Moellendorf - Hoffnung und Gründe [Hope and Reason]


Friday, March 26, 2021

Vier Kommentare zu Habermas’ "Auch eine Geschichte der Philosophie"

Trostlose Vernunft?

Vier Kommentare zu Jürgen Habermas’ Konstellation von Philosophie und Geschichte, Glauben und Wissen

von Burkhard Liebsch & Bernhard H. F. Taureck

(Felix Meiner Verlag, 2021)

247 Seiten



Kurzbeschreibung

Philosophie spendet keinen Trost und garantiert keine Versöhnung, lehrt Habermas in seinem jüngsten Werk "Auch eine Geschichte der Philosophie". Bedarf derart ernüchtertes Wissen eines funktional komplementären Glaubens, wie es in Habermas’ Rückgriffen auf die Philosophiegeschichte den Anschein hat?

Habermas bekennt sich wie Hegel zur "prinzipiellen Trostlosigkeit" philosophischen Denkens, verzichtet aber auch auf Glücks-, Sinn- oder Erlösungsversprechen. Er legt einen weiten Weg der Ernüchterung zurück. Burkhard Liebsch und Bernhard H. F. Taureck gehen in vier historisch und sozialphilosophisch ausgerichteten, reichhaltigen Kommentaren den Stationen dieser Ernüchterung nach und verdeutlichen, welche Potenziale Habermas' eigentümliche Konfiguration von Glauben und Wissen, Philosophie und Geschichte opfert.


Inhalt [PDF]

Vorwort  [PDF]

1. Geschichtliche Perspektiven "heil"-loser Vernunft. Jürgen Habermas’ implizite Geschichtsphilosophie – und was sie vermissen lässt - Burkhard Liebsch

2. Philosophie und religiöser Glaube. Versuch weiterführender Überlegungen in Auseinandersetzung mit Jürgen Habermas - Bernhard H. F. Taureck

3. Rückhaltlos verweltlicht? Philosophie vor ihrer Auflösung oder Verwirklichung - Burkhard Liebsch

4. Beantwortung der Frage: Welche verborgene Rolle spielt Habermas’ demokratisches Projekt in seinem "Opus magnum" von 2019? - Bernhard H. F. Taureck


Thursday, March 25, 2021

Pragmatism and Epistemic Democracy

The new issue of "Raisons Politiques" (2021/1) features articles on "Pragmatism and Epistemic Democracy", edited by Annabelle Lever and Dominik Gerber:

* Introduction - Annabelle Lever, Dominik Gerber

* Pragmatism, Truth, and Democracy - Cheryl Misak & Robert B. Talisse

There is growing interest in deliberative democracy, especially the pragmatist version that argues that democratic freedoms and procedures are more likely to get us to the right view of what is true, just, or right. In this time in our history, a focus on truth is more important than ever. We (Robert Talisse and Cheryl Misak) have put forward a position on which we can justify democratic freedoms and procedures on the basis of epistemic reasons. Our very practices of belief and reasoning require that we regard each other as social equals and that the voices of all are taken seriously in our quest for truth. Lever and Chin, in a way that is broadly sympathetic to our general project, have expressed a worry that we are “wrong to suppose that epistemic considerations are better placed than moral considerations when justifying coercive power over others”. In response, we will first distinguish two sites where an epistemic justification of democracy might operate. On our view, the epistemic argument shows why we should be democrats, and the question of how democrats can justify the exercise of coercion is a different matter. We argue that the appropriate reasons we as a society give to justify coercive power over others will indeed be moral. Our point has always been that beliefs about what it is morally right to do must be responsive to reasons, if they are beliefs that are aimed at getting things right. Then the argument for democracy comes in: the best method for getting things right is, broadly speaking, a democratic one. But the reasons that will be in play will be reasons about equality, autonomy, utility, and so on.

* Democracy and Truth - Annabelle Lever

According to Misak and Talisse, we can get from the fact that we all take what we believe to be true, whatever our different and incompatible beliefs, to reasons to support democratic, as opposed to undemocratic, government. Hence, they claim that democracy is necessary, but not sufficient, for epistemically justified belief. This article clarifies and sceptically assesses these claims.

* The Pragmatist Demos and the Boundary Problem - Matthew Festenstein

The pragmatist argument that a democratic ethos and institutions are in some sense a form of inquiry remains one of the most powerful but elusive themes in its social and political thought. As a term and concept, democracy predates the modern state but the project of justifying democracy is paradigmatically a project of justifying it within and for the modern state. Drawing on Misak and Talisse’s important development of the inquiry argument, this article draws out how the pragmatist epistemic argument breaks with this traditional conception of democratic justification, and how its commitment to the removal of internal obstacles to epistemic inclusion provides general reasons to question political boundaries.

* Democracy and Epistemic Egalitarianism - Dominik Gerber

Because of its non-instrumentalism, Cheryl Misak’s and Robert Talisse’s Peircean theory of democratic justification constitutes a unique and important variety of epistemic democracy. At its core is the claim that democracy is a constituent component of the Peircean epistemic ideal of inquiry. This article offers a relational egalitarian reading of this ideal and argues that Peircean epistemic egalitarianism fails to provide unambiguous support for our commitment to uphold politically egalitarian institutions. It cautions against using conceptual affinities between democratic equality, the self-reflexivity it enables among citizens, and worthwhile epistemic relationships as a basis for justifying democracy.

* The Paradoxes of Democratic Voting and the Peircean Justification of Democracy - Valeria Ottonelli

The Peircean defence of democracy purports to ground the appeal of democratic government on universal epistemic interests that we simply have qua individual epistemic agents. The problem with this view is that it seems to obliterate the distinctive way in which democratic deliberation and decision making socialise our knowledge and beliefs, making democracy a very special epistemic game, quite different from the games that we play as individual knowers in non-political, non-democratic contexts. The shortcomings of the Peircean defence of democracy fully emerge when confronted with the paradoxes of democratic voting, which can only be overcome if we model the democratic processes of deliberation and belief formation as deeply collectivised and socialised. Thus, the neglect of the distinctive way in which democratic deliberation and decision making socialise knowledge grounds the Peircean defence of democracy on an inaccurate account of democracy’s epistemology, and leaves it helpless before the paradoxes of majoritian voting.

* Epistemic Democracy Without Truth: The Deweyan Approach [Paper] - Michael Fuerstein

In this essay I situate John Dewey’s pragmatist approach to democratic epistemology in relation to contemporary “epistemic democracy”. Like epistemic democrats, Dewey characterizes democracy as a form of social inquiry. But whereas epistemic democrats suggest that democracy aims to “track the truth”, Dewey rejects the notion of “tracking” or “corresponding” to truth in political and other domains. For Dewey, the measure of successful decision-making is not some fixed independent standard of truth or correctness but, instead, our own reflective satisfaction with the practical results. I argue that this approach better reconciles epistemic democracy with traditional models of popular authority (“the will of the people”) and bolsters the defenses of the epistemic democrat against elitist alternatives.


See also:

"Pragmatist Epistemology and Democratic Theory" by Cheryl Misak & Robert Talisse (Journal of Political Philosophy, 22, 3 (2014), pp. 366-376.